„Internetz kommt mir nicht ins Haus“

Erfurt  Der Erfurter Kabarettist Ulf Annel spielt in einer Internetserie, die in Erfurt geschrieben und in Obernissa gedreht wurde

Internetz? Da wird Gastwirt Rudi alias Ulf Annel aber ganz und gar skeptisch.

Internetz? Da wird Gastwirt Rudi alias Ulf Annel aber ganz und gar skeptisch.

Foto: Kinderfilm GmbH

Ein Dorfgasthof mitten in Thüringen, ein grummeliger Gastwirt, dem alles Neumodisch-Digitale ein Graus ist und sein Teenie-Neffe, der in dieser Internet-Einöde einen Kulturschock erleidet – das sind die Zugaben für die neue MDR-Serie „ Zur Heiteren Henne“.

In einer Paraderolle als Gastwirt und Netzgegner: der Erfurter Kabarettist Ulf Annel. Der schimpft als Onkel Rudi auf „dieses Internetz“, kämpft später gemeinsam mit seinem Neffen Kevin – den die Totalverweigerung Rudis an die Grenzen des Erträglichen für einen im dritten Jahrtausend tief vernetzten Jugendlichen bringt– gegen trojanische Viren und kommt doch Schritt für Schritt voran auf dem sogenannten Neuland.

Die neunteilige Serie ist ein sehr einheimisches Produkt: Drehbuch und Regie stammen von dem jungen Erfurter Autor Paul Markurt, produziert hat die Serie Grown Up Films, ein Label der Kinderfilm GmbH, die ebenfalls in Erfurt beheimatet ist. Und gedreht wurde in Obernissa – direkt vor den Toren Erfurts.

Dort waren die Produzenten im „Gasthaus zur Eintracht“ bei ihrer Motivsuche fündig geworden. Hier gibt es den Tresen, den sie brauchten, einen großen Gastraum und einen Wirt, der die Filmcrew in seinem charmanten Haus willkommen hieß, erzählt Paul Markurt. Gefragt, wie denn die Zusammenarbeit mit Ulf Annel so war, sagt er „hervorragend!“. Und ergänzt: „Die Figur des Rudi gab es ja vor Ulf Annel, aber er war die erste und einzige Wahl dafür. Er hat in die Dreharbeiten noch eigene Ideen eingebracht, die wir uns so gar nicht hätten einfallen lassen können.“ Zum Beispiel? „Sprachvariationen. ‚Internetz‘ kam von ihm, und, zum Beispiel, Wimbledon so auszusprechen, wie man es schreibt, auch.“

Aber auch die Zusammenarbeit mit dem Berliner Jungschauspieler Justus Czaja (Jahrgang 1998) als Kevin war richtig gut, betont Paul Markurt, der aus anderer Erfahrung weiß, dass so junge Darsteller nicht immer ihren Text tatsächlich bis aufs letzte Wort parat haben..

Entstanden ist die Idee zu dieser Serie im Rahmen einer MDR-Ausschreibung „Medienkompetenz in der Familie“. Ein Thema, dass Paul Markurt, selbst junger Familienvater, am Herzen liegt. Er und die Kollegen der Produktionsfirma Grown Up Films haben sich zusammengesetzt und Ideen besprochen, verworfen, neue besprochen. Das von Markurt geschriebene Konzept haben sie eingereicht, eine Pilotfolge entstand 2016 und daraus wurden neun Teile einer Serie, deren zweite Folge heute auf dem Portal Medien360G zu sehen ist. Und dann weitere sieben jeweils mittwochs.

Ob es eine zweite Staffel gibt, hängt von der Resonanz ab. Und dann wäre es vielleicht denkbar, Rudis Ehefrau Gabi – die alles (!) sieht und hört – ein Gesicht zu geben. Doch bis dahin bleibt sie, verrät Paul Markurt, die Stimme aus dem Off...

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