Jubiläumsschau zeigt bis August die Wege des Egaparks

Am Freitag ist die große Jubiläumsschau "iga-ega-egapark" eröffnet worden. Vom Eingang der Halle 1 grüßt Florinchen, das einstige Wahrzeichen der "iga". Der Wiedererkennungswert ist bei Gästen jenseits der 40 Jahren hoch.

Anfang der 90er-Jahre fanden die Glashalle und die Rendezvous-Brücke keine Gnade mehr und wurden abgerissen. Seit '92 ist der Egapark denkmalgeschützt. Foto: Jens König

Anfang der 90er-Jahre fanden die Glashalle und die Rendezvous-Brücke keine Gnade mehr und wurden abgerissen. Seit '92 ist der Egapark denkmalgeschützt. Foto: Jens König

Foto: zgt

Erfurt. Lange Zeit war Florinchen tief in die hinteren Schubladen verbannt. Die Käthe-Kruse-Puppe, gestaltet von Siegfried Kraft, soll jetzt wieder als Maskottchen des Egaparks gelten.

In der Halle sorgen Blumenarrangements, Fotos, Filme, Zeittafeln und Zeitzeugen für Erinnerungen aus 50 Jahren Iga, Ega und Egapark und der damit verbundenen wechselvollen Geschichte.

Zum Beispiel aus dem Bereich Kunst. Die vier Quadriennalen des Kunsthandwerks zwischen 1974 und 1986 erhalten in dieser Halle ebenso einen Platz wie die internationale "Configura" aus dem Jahr 1991. Spannend sind zudem Fotos von Mitarbeitern des Egaparks, die als Kinder auf den Springbrunnen fotografiert wurden und heute beispielsweise zuständig sind für den 6000 Quadratmeter großen Blumenteppich nahe des Haupteingangs.

Auch die ausgestellten Bescheinigungen für die sogenannten NAW-Stunden (das waren in der DDR Aufbaustunden der Bevölkerung ohne Bezahlung) dürften zumindest bei den älteren Besuchern Erinnerungen wecken. Für die Jüngeren bietet diese Ausstellung ganz normale Geschichte und kleine Geschichten aus den vergangenen fünf Jahrzehnten.

Auch an die jüngere Vergangenheit wird in dieser Ausstellung erinnert: Das Jahr 1994 war für viele Erfurter ein schweres Jahr. Damals wurden zwei Drittel des Egapark-Geländes für den MDR und für die Messe Erfurt abgetrennt.

Nicht zu übersehen ist die Erinnerung an Christian Reichart, den Begründer des Erfurter Gartenbaus. Auch der Gobelin "Gartenstadt" von Margarete Reichart, entwickelt im Jahr 1961, ist zu bewundern.

Der Gobelin, eine Leihgabe des Angermuseums, ist in einem Glasschrank untergebracht, da er sonst wegen der hohen Luftfeuchte beschädigt werden könnte.

Interessant ist eine Fotowand. "Wie gut kennen Sie die ega?", heißt es dort. Die Fotos sind aufklappbar. Besucher mögen erraten, welcher Teil des Egaparks auf den Bildern festgehalten ist.

Auch am Sonntag, zum Parkfest anlässlich des fünfzigjährigen Bestehens des berühmtesten Thüringer Gartens, wird die Ausstellungshalle geöffnet sein. In Halle 3 hingegen heißt es "Papier la Papp". Hier gibt es für Kleine und für Schulkinder eine Mitmach-Ausstellung rund ums Papier. Es wird geschöpft, gedruckt und gelesen.

In Halle 2 und im Aussichtsturm gibt es ab 7. Mai eine Kunstausstellung mit 46 Künstlerinnen und Künstlern. Auf insgesamt 700 Quadratmetern wird es Werke aus den Bereichen Glas, Keramik, Textil, Papier, Holz, Metall, Emaille, Schmuck und Design geben. Damit will der Egapark an die Tradition der "iga" anknüpfen, die neben den Blumenschauen immer auch ein Ausstellungsort für die bildenden Künste und das Kunsthandwerk war.

Die Erinnerung an die vier Quadriennalen zwischen 1974 und 1986 zeigen Ausschnitte aus den Arbeiten von Thüringer Künstlern.

Florinchen, das alte neue Egapark-Symbol, wurde übrigens von Kostümbildner Gerhard Behrendt eingekleidet - so wie auch das Sandmännchen, das übrigens auch von der "iga" den Abendgruß schickte.