Kanuprojekt gerettet – Umbau des Wehres kommt nun doch

Erfurt.  Das drohende Aus für das Kanu-Projekt zur Buga ist abgewendet. Geld ist da, die Pläne fast fertig. Ämter müssten mehr miteinander reden.

Kanutour auf der Gera zwischen Papierwehr und Schlösserbrücke. Das Projekt der Buga-Freunde soll nun doch kommen.

Kanutour auf der Gera zwischen Papierwehr und Schlösserbrücke. Das Projekt der Buga-Freunde soll nun doch kommen.

Foto: Foto: Paul-Philipp Braun

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„Ich bin fast aus dem Bett gefallen, als ich das gelesen habe und bin noch völlig perplex“, sagte gestern Erfurts für die Bundesgartenschau (Buga) verantwortlicher Beigeordneter Alexander Hilge. Er bezog sich damit auf das drohende Aus für das Kanu-Projekt „Erfurt vom Wasser aus erleben“, dass Alt-OB Manfred Ruge ins Spiel gebracht hatte. Ruge wiederum hatte sich auf eine Aussage des Umweltamtschefs Frank Lummitsch bezogen (wir berichteten), der fehlende Gelder ursächlich dafür sah, dass der Wehrumbau wohl noch Jahre brauche.

Baubeginn soll 2020 sein

„Das Wehr und die Fischtreppe an der Schlösserbrücke werden natürlich rechtzeitig bis zur Buga umgebaut“, so Hilge. Das habe er Manfred Ruge vor ca. zwei Wochen auch bestätigt. Die Planung, so der Beigeordnete, werde in der 47. Kalenderwoche fertig vorliegen, 2020 werde mit dem Umbau begonnen, die Bauzeit soll zwei Monate betragen. Das Geld dafür sei im Haushalt eingestellt. Was den Ex-OB bewogen habe, mit seiner Kritik die Öffentlichkeit zu suchen und vom drohenden Aus zu sprechen, wisse er nicht.

Ämter wussten nichts voneinander

Auch die Kollegen von der Gewässerunterhaltung hätten ziemlich konsterniert reagiert. Dabei habe doch Sascha Döll, der Leiter des Garten- und Friedhofsamtes, erst am Montag vor den Buga-Freunden erklärt, dass alles laufe. Was den Umweltamtschef zu dessen Aussage bewogen habe, entziehe sich indes seiner Kenntnis, so Hilge. Lummitsch sei Chef der Genehmigungsbehörde und er bekomme noch dieses Jahr den Antrag auf den Tisch.

Ruge: Bin überglücklich, dass nun doch etwas passiert

Der Hintergrund für das Missverständnis erhellt sich beim Blick auf die Ämter. Im Etat des Umweltamtes fand sich der Umbau des Wehres der Schlösserbrücke, u.a. mit einer Bootsrutsche“ für die Kanutouren nicht, dafür aber im Garten- und Friedhofsamt. Beide Ämter wussten aber nach Lage der Dinge scheinbar in dieser Angelegenheit nichts voneinander. Was Manfred Ruge in seiner Auffassung bestätigt. „Da müsste man mal miteinander reden“, sagt er und sieht sich in seiner mehrfach geäußerten Kritik an der fehlenden Kommunikation der Ämter in der Stadtverwaltung bestätigt. „Wenn mir der Umweltamtsleiter sagt, es ist kein Geld da, gehe ich davon aus, dass da nichts da ist“. Andererseits sei er nun „überglücklich, dass der Umbau doch realisiert wird“.

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