Kaufhof schließt Logistikzentrum bei Erfurt: 130 Mitarbeiter betroffen

Erfurt  Weitere Standorte in Frechen, Stuttgart, Würzburg, Hannover und Berlin betroffen. Nach Angaben von Verdi könnte es für viele der betroffenen Mitarbeiter besonders schwer werden, einen neuen Arbeitsplatz zu finden.

Galeria Karstadt Kaufhof ist auch in Thüringen präsent.

Galeria Karstadt Kaufhof ist auch in Thüringen präsent.

Foto: Caroline Seidel/dpa

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Der Warenhauskonzern Galeria Karstadt Kaufhof schließt seine Logistikstandorte bei Erfurt und im nordrhein-westfälischen Frechen. Zudem sind regionale Verteilerzentren in Stuttgart, Würzburg, Hannover und Berlin betroffen. Das teilte das Unternehmen am Montag mit.

Nach Informationen unserer Zeitung könnten am Standort bei Erfurt etwa 130 Mitarbeiter betroffen sein. Nach Unternehmensangaben sind ein Interessensausgleich und ein Sozialplan vereinbart worden.

Deutliche Senkung der Kosten geplant

Der Konzern begründet den Schritt mit der Ausrichtung der Logistik auf die Anforderungen des neu entstehenden Warenhausunternehmens mit rund 180 Standorten in ganz Deutschland. Die gestern unterzeichnete Vereinbarung mit dem Gesamtbetriebsrat ermögliche eine erhebliche Einsparung bei Personal- und Sachkosten, hieß es. Wann die Logistikstandorte geschlossen werden sollen, teilte das Unternehmen nicht mit. Ab März kommenden Jahres soll nach einem Bericht der Deutschen Verkehrs-Zeitung „Fiege X Log“ die Logistik des Warenhauskonzerns übernehmen. Beide Unternehmen hatten im Vorjahr ein entsprechendes Joint Venture gegründet. Der Warenhauskonzern möchte sein Geschäft künftig auch für Drittkunden öffnen.

Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi hatte bereits mehrfach vor dem Abbau von Arbeitsplätzen bei der Galeria-Karstadt-Kaufhof-Gruppe gewarnt. Nach Verdi-Angaben könnten bis zu 1000 Arbeitsplätze allein in der Logistik gefährdet sein.

In Thüringen hatte Fiege – das Unternehmen betreibt einen Standort in Apfelstädt im Landkreis Gotha – bereits früher für Kaufhof gearbeitet.

Verdi: Oft gleich mehrere Familienangehörige beschäftigt

Die Süddeutsche Zeitung hatte gestern berichtet, dass nach Gewerkschaftsangaben bei Kaufhof bis zu 4500 Mitarbeiter von Kündigung bedroht seien. Laut der Gewerkschaft hätten es viele der betroffenen Mitarbeiter an den Logistikstandorten besonders schwer, einen neuen Arbeitsplatz zu finden, da sie eher gering qualifiziert seien. Oft seien zudem gleich mehrere Familienangehörige in den Standorten beschäftigt, was das Risiko, in die Armut abzurutschen, noch erhöhe, so ein Verdi-Sprecher gestern.

Ob Fiege Mitarbeiter der Kaufhof-Logistik übernehmen wird, war gestern noch unklar.

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