Kirche möchte weit sichtbares Lichtzeichen auf dem Petersberg

Erfurt  Ideen für die Gestaltung des Areals während der Bundesgartenschau gibt es viele. Mitte März will Stadt Vision vorstellen

Stilisierte Türme, aus Stahl wie es sie schon in Ostfriesland gibt, könnten an der Peterskirche auf dem Petersberg stehen. Pfarrer Matthias Rein favorisiert diese Idee der Buga-Planung. Foto: Paul-Philipp Braun

Stilisierte Türme, aus Stahl wie es sie schon in Ostfriesland gibt, könnten an der Peterskirche auf dem Petersberg stehen. Pfarrer Matthias Rein favorisiert diese Idee der Buga-Planung. Foto: Paul-Philipp Braun

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In fünf Jahren soll hier die Bundesgartenschau stattfinden. Was wie ein langer Zeitraum klingt, erscheint vielen Ideengebern mittlerweile als durchaus knapp. So war gestern eine Vielzahl derer der Einladung von Marion Walsmann, Landtagsabgeordnete und CDU-Stadtratsmitglied, an einen Runden Tisch gefolgt.

Ziel war der Austausch von Ideen für den Petersberg und vor allem das Besprechen weiterer Schritte. Zu Gast waren: Prof. Hermann Saitz vom Tourismusverein, Karl-Heinrich Reich und Norbert Engel vom Verein Freunde Citadelle Petersberg, Manfred Ruge und Lars Chrestensen vom Verein der Freunde des Bundesgartenschau 2021, Werner Alkewitz vom Bund Deutscher Landschaftsarchitekten, Stefan Werner vom Paritätischen Wohlfahrtsverband sowie Senior Matthias Rein. Sie alle beschlossen mit Marion Walsmann zum Ende des Treffens, die Vorschläge in einem Brief der Stadt zu übermitteln und sich mit deren Verantwortlichen zu treffen.

„Es ist traurig, dass von der Stadt niemand gekommen ist“, meinte Walsmann und verwies auf das Absageschreiben des Oberbürgermeisters Andreas Bausewein. Überhaupt waren sich die Teilnehmer des Runden Tischs einig darin, dass seitens der Buga GmbH und der Stadt allmählich die Pläne bekannt gegeben werden müssten. Dies soll im März geschehen.

„Viele Fragen sind noch offen“, sagte Manfred Ruge, ehemaliger Oberbürgermeister Erfurts und Mitglied im Verein der Bugafreunde. „Wie kommen die Besucher auf den Petersberg? Was soll neu gebaut werden“, warf er einige der Fragen auf. Und warnte zugleich, zu viele Neubauten zu errichten, die nicht temporären Charakter hätten. „Es ist genügend Substanz auf dem Petersberg vorhanden“, meint Manfred Ruge. Die stadtplanerische Vorbereitung der Buga sei das, was Zeit braucht. Das betonte Werner Alkewitz vom Bund Deutscher Landschaftsarchitekten.

„Begrünt ist das Ganze relativ schnell. Unserer Erfahrungen bei anderen Landes- und Bundesgartenschauen haben gezeigt, dass eigentlich zehn Jahre Vorlauf benötigt werden.“ Bisher seien die Landschaftsarchitekten nur am Bugabereich auf der Ega und in der Gera-Aue involviert. Zwar sei er bereits im Gespräch mit Buga-Geschäftsführerin Kathrin Weiß gewesen, aber „wir haben das Gefühl, dass die Planungen verdeckt laufen“, sagte Werner Alkewitz.

Und erntete bestätigendes Kopfnicken und Applaus beim gestrigen Treffen. Es war von Kleinhalten die Rede, von Bürgerbeteiligung, die nicht stattfände. „Wenn der Bürger nicht weiß, was geplant ist, kann er sich auch nicht einbringen“, konstatierte Marion Walsmann.

Belebung des Petersberges ohne zu viele neue Bauten

Die Identifikation der Erfurter mit der Buga sei allerdings unablässig, schon dafür, dass die Anwohner wohlwollend über die Buga reden, Freunde und Bekannte einladen und selbst hingehen, so Werner Alkewitz.

Der Petersberg soll, nach der Ega, die zweite wichtige Ausstellungsfläche werden. „Uns liegt die Belebung des Petersberges am Herzen. Aber wir haben mittlerweile eine arg drängende Zeitsituation“, machte Karl-Heinrich Reich vom Verein der Freunde der Citadelle aufmerksam. „Der Petersberg muss als das eingebunden werden, was er für Erfurt bedeutet“, meinte der Experte. Zur Ausgestaltung des Petersbergs hatte es im Juni einen Buga-Dialog gegeben, um die Meinungen sowie Anforderungen der Erfurter einzuholen und in die Planungen einzubeziehen. Acht Monate sind seither vergangen.

Klar ist, dass das Kirchenprogramm, das bei jeder Bundesgartenschau dabei ist, auf dem Petersberg stattfinden wird. „Wir als Kirche möchten in die Peterskirche und den oberen Raum nutzen“, sagte Senior Matthias Rein. Zudem seien die Fundamente der Leonhardskapelle sehr gut geeignet für die Andachten. „Wir hätten gern ein Zeichen, das man von der Stadt aus sieht. Dass man von dort erkennt, dass hier oben auf dem Petersberg etwas stattfindet“, schlug der Senior vor. Und nannte als Beispiel eine Art Himmelsleiter oder Lichtsäule. Die Kirche stünde in Kontakt mit Prof. Michael Mann von der Fachhochschule Erfurt.

Dezernent Alexander Hilge (SPD) war gestern nicht dabei, auf Anfrage unserer Zeitung bestätigte er aber: „Am 15. März werden wir unsere Vision vorstellen.“ Vorwürfe wegen des Zeitplanes wies er zurück. „Wir sind nicht zu spät dran“, machte er auf unsere Nachfrage deutlich. Doch die Wichtigkeit des Petersberges mache es notwendig, alles sorgfältig zu prüfen.

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