König der Löwen: Nationalspieler Obst macht sich in Erfurt fit

Erfurt  Nationalspieler Andreas Obst, früherer Basketballer der Rockets, machte sich in Erfurt für die WM fit.

Nationalspieler Andreas Obst spielte bis zum Frühjahr in Spanien.

Nationalspieler Andreas Obst spielte bis zum Frühjahr in Spanien.

Foto: Zuma PRess/Imago

Henrik Rödl, Basketball-Bundestrainer, hat am 1. August seinen 16er-Kader für die Weltmeisterschaft ab 31. August in China benannt. Dabei ist auch Andreas Obst, der seinerzeit bei den Rockets in der Eliteliga seine Klasse vor allem von der Dreierlinie demonstriert hat.

Eben jener begnadete Dreierschütze, kurzzeitig wieder in Erfurt, weil in Liebe verbandelt, hielt sich eine Woche beim Drittligisten Basket Löwen in Elxleben fit. „Nach einer Woche nichts, als den Urlaub zu genießen, gilt es für mich, die Knochen zu entrosten, meinen Rhythmus zu finden, um für die WM-Vorbereitung gut gerüstet zu sein“, erklärt der 23-jährige gebürtige Hallenser. Und schiebt schmunzelnd nach: „Vorausgesetzt, ich werde für den endgültigen 12er-Kader nominiert.“

Daran dürfte keinerlei Zweifel bestehen. Schließlich kennt und schätzt der Bundestrainer den technisch und taktisch versierten Point Guard, den er bereits zur U-20-WM 2016 unter den Fittichen hatte. Obst, nach einem einsaisonalen Abstecher in der spanischen Eliteliga („Ich wollte dringend mal was völlig Neues in einem Land mit ganz anderer Mentalität erleben“) vom Erstligisten Ulm für zwei Jahre aus seinem Vertrag in Obradoiro heraus gekauft, stand nun jeden Tag auf dem Parkett des Elxlebener Fitness-Centers und ließ sich von Löwen-Trainer Florian Gut „quälen“.

Beide haben seit mehreren Jahren ein aus gemeinsamen Bamberger Zeiten herrührendes Vertrauensverhältnis. Auch deshalb ist Obst immer gern in Erfurt: „Es macht mir unheimlich Spaß, zu sehen, wie positiv sich die Löwen-Youngster unter ‚Flori‘ (Florian Gut/d. Red.) entwickeln, wie sie Schritt für Schritt ihre Leistung steigern. Ich bin mir absolut sicher, dass sie in dieser ihrer zweiten Saison eine noch bessere Rolle in der Pro B spielen werden.“

Andächtig lauscht Trainingspartner Oliver Pahnke, ehrgeiziger und stets lernwilliger Guard bei den Löwen, den Einlassungen des Nationalspielers: „Ich finde es toll und extrem motivierend nicht nur für mich, dass Andy mittrainiert. Das ist noch mal eine andere Qualität. Und es lohnt sich, ganz genau hinzuschauen, wie er sich auf dem Parkett in den unterschiedlichsten Situationen verhält.“ Florian Gut erklärt: „Die beiden, da in gleichen taktischen Positionen unterwegs, sind in den Übungssituationen oft direkte Duellanten. Einer wie Oliver, aber nicht nur er, wird trotz nur einer Woche gemeinsamen Trainings vom direkten Aufeinandertreffen absolut profitieren.“

Und Pahnke nickt zustimmend: „Ich gucke mir ganz genau vor allem seine Techniken beim Wurf, seine Fußarbeit bei den Dribblings oder das Setzen eines Blocks an und versuche das für mich umzusetzen.“

Obst, als vorübergehender König der Löwen nach den Prozenten, wie viel ist Talent und wie viel Arbeit gefragt, verweist auf Basketball-Ikone Dirk Nowitzki: „Arbeit, Ar­beit und noch einmal Arbeit, das ist und bleibt das Fundament. Auch weil daraus das Vertrauen in deine Fähigkeiten und damit auch der Mut, beispielsweise nach drei verworfenen Dreiern weiter unbeirrt zu werfen, entsteht.“

Ja, an Selbstbewusstsein mangelt es dem 1,91 Meter großen Neu-Ulmer, der alles andere als ein Lautsprecher ist, nicht. Deshalb glaubt er fest daran, bei der WM in China dabeizusein. Am 5. August begann die WM-Vorbereitung der Nationalmannschaft in Trier.

Ganz andere Ziele haben Pahnke und die Löwen. Das Nahziel ist, beim ersten Test vor der neuen Saison (11. August, 16 Uhr, Riethsporthalle) gegen Erstliga-Absteiger Jena schon mal ein vorsichtiges Statement abzugeben. Pahnke findet: „Wir haben nichts zu verlieren. Auch deshalb ist es gut, durch Andy Obst zu sehen, was auf dieser Ebene so gespielt wird.“ Erstmals wird sich am Sonntag der neue Center der Löwen, Alhassan Barrie, dem Erfurter Publikum präsentieren. Der 23 Jahre alte Belgier spielte zuletzt in einem US-Collegeteam.

Löwen-Manager Wolfgang Heyder ergänzt: „Dies ist ein erster, willkommener Testlauf für unsere Heimspiele. Auch der alle inspirierende Derby-Charakter kommt dabei nicht zu kurz.“

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