Lange Nacht der Musikkulturen: Jahrhundertealte Lieder über die Liebe erklingen in Erfurt

Weimar. Die Musiker der "New Masters of Mugam" aus Aserbaidschan treten am Donnerstag in Erfurt auf. Ihre Kompositionen aus Aserbaidschan spielen, sind jahrhundertealt, und doch hat sie nie jemand aufgeschrieben. Sie werden mündlich weitergegeben, von einer Generation zur nächsten, so ist es Tradition.

Die Musiker der "New Masters of Mugam" vom aserbaidschanischen Nationalkonservatorium in Baku gestalten traditionelle Musik modern aus. Foto: Konservatorium

Die Musiker der "New Masters of Mugam" vom aserbaidschanischen Nationalkonservatorium in Baku gestalten traditionelle Musik modern aus. Foto: Konservatorium

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Und so ist zugleich gesichert, dass die Tradition immer lebendig bleibt, erklärt Philip Küppers vom Lehrstuhl für "Transcultural Music Studies" der Weimarer Liszt-Hochschule. "Die Musik muss sich erneuern - sonst wird sie etwas fürs Museum."

Dieser Weiterentwicklung der alten Musiktradition des Mugam widmen sich die vierzehn Musiker des Ensembles "New Masters of Mugam", die am Donnerstag in Erfurt auftreten. Sie kommen vom Nationalkonservatorium in der aserbaidschanischen Hauptstadt Baku. 300 Studenten erlernen dort ausschließlich Mugam und ihm verwandte Musikstile.

Die Traditionen in die Moderne holen

Der Mugam ist als musikalischer Zyklus verfasst und lässt sich in etwa mit einer mehrsätzigen Suite vergleichen. Bei jedem der Teile wird improvisiert - allerdings nach vorgegebenen musikalischen Gesetzmäßigkeiten. Die Melodielinie wird in einer höheren Tonlage gesungen, der darunter laufende Instrumentalton mit einem kleinen Rohrblattblasinstrument erzeugt.

Die "New Masters of Mugam" sind Dozenten und Meisterschüler am Konservatorium, unter ihnen der Tar-Spieler Shahriar Imanov, der 2013 beim "International Mugam Festival" ausgezeichnet wurde, ebenso wie Sänger Miralam Miralamov.

"Mugam ist das Zentrum", sagen sie über ihre Musik. "Von hier aus können wir in jede Richtung Neues schaffen." Das Ensemble verknüpfe Moderne und Erneuerung, ein traditionelles Repertoire mit virtuoser Ausgestaltung, sagt Philip Küppers, der die Musiker vor wenigen Wochen in Baku besucht hat.

Die Texte indes sind seit Jahrhunderten dieselben: Gedichte über das Schicksal und die Liebe, meist verfasst von berühmten Dichtern des Landes.

Donnerstag um 19.30 Uhr im Erfurter Kaisersaal. Es spielen Ensembles aus Tansania, Südkorea und Brasilien. Karten: 16-19 Euro, Tourist-Information und Abendkasse