Lösung für den Caravanplatz deutet sich an

Dittelstedt Die von den Plänen betroffene Fischer Gemüse GmbH bietet eine Alternative an der Schmidtstedter Flur

Die versiegelte Fläche an der Straße Schmidtstedter Flur, auf der einst Gewächshäuser standen, könnte zum neuen Caravanplatz-Standort werden. Foto: Hartmut Schwarz

Die versiegelte Fläche an der Straße Schmidtstedter Flur, auf der einst Gewächshäuser standen, könnte zum neuen Caravanplatz-Standort werden. Foto: Hartmut Schwarz

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In der Diskussion um einen Caravanplatz in Dittelstedt deutet sich eine Lösung an. Wie Lars Fischer von der Dittelstedter Fischer Gemüse GmbH unserer Zeitung bestätigte, hat seine Familie Verhandlungen mit den potenziellen Betreibern des Caravanplatzes aufgenommen.

Konkret werde über einen alternativen Standort an der Schmidtstedter Flur verhandelt, der sich im Besitz des Vaters Hans Fischer befindet. Im Gegensatz zu der ursprünglich geplanten Fläche ist der Boden dort versiegelt. Zu DDR-Zeiten standen dort Gewächshäuser.

Die Entscheidung über den Caravanplatz sollte eigentlich in der nächsten Stadtratssitzung fallen. Wie unsere Zeitung erfuhr, soll sie angesichts der neuen Verhandlungen nun aber erneut vertagt werden.

Die Verhandlungen haben in dieser Woche begonnen. Laut Lars Fischer hat der SPD-Stadtrat Carsten Gloria den Kontakt vermittelt. Er setzt sich gegen jegliche Bodenversiegelung ein und hatte sich zuletzt auch gegen die Pläne ausgesprochen, auf einer landwirtschaftlichen Fläche an der Rudolstädter Straße in Dittelstedt einen Camping- und Caravanplatz zu errichten. „Wir sind Herrn Gloria dafür sehr dankbar“, sagt Lars Fischer.

Die Familie habe im November aus der Zeitung von den Caravanplatz-Plänen erfahren. „Lange Zeit ahnten wir aber nicht, dass wir direkt betroffen sind“, erzählt Fischer. Das geplante Grundstück grenzt aber direkt an den Gemüsehof und wurde bis vor einigen Jahren selbst von den Fischers gepachtet und bestellt. Neben der Versiegelung des hochwertigen Ackerbodens befürchtete die Familie nun auch Nachbarschaftskonflikte mit den Campern.

„Wir müssen beregnen“, sagt Fischer. „Die Maschinen sind punktgenau eingestellt, aber wenn der Wind sich dreht, können wir nicht immer sofort reagieren.“ Auch die 14 Traktoren des Betriebes hätten Beschwerden der Camper verursachen können. Gern ging er deshalb auf Glorias Angebot ein, mit den potenziellen Betreibern des Caravanplatzes zu reden.

Von den Betreibern hörte Lars Fischer, dass sie von dem Widerstand im Ortsteil gegen ihre Pläne bereits erfahren hatten und nicht vorhätten, ihre Pläne gegen die Meinung im Ort durchzusetzen. Auch sie schienen deshalb für eine Alternativlösung aufgeschlossen.

Die Alternative stellte Vater Hans Fischer in den Raum. „Da unten stört es keinen“, sagte er über seine Fläche an der Straße Schmidtstedter Flur. Die Fläche, die zur Gemarkung Daberstedt gehört, ist etwas kleiner als das 1,5 Hektar große Areal an der Rudolstädter Straße.

Doch hat sie auch Vorteile. Denn bei nur 100 Meter Entfernung zur Weimarischen Straße und zur der Bushaltestelle ist sie für die Caravan-Touristen günstiger gelegen. Zudem liegen bereits Wasser und Abwasser an. Teile der Versiegelung könnten für die Wege im Caravanpark genutzt werden.

Eine Entscheidung ist noch nicht gefallen. Der Architekt des Zeltplatzes muss zunächst schauen, ob die Pläne an die neue Fläche angepasst werden können. Auch über mögliche Kosten am neuen Platz herrscht noch keine Klarheit. Die Pläne sahen für die 1,5 Hektar große Fläche an der Rudolstädter Straße 90 Stellplätze für Caravans und Wohnmobile, sieben Hütten und eine Zeltwiese vor.

Der Ortsteilrat von Dittelstedt hatte sich gegen den Caravanplatz an der Rudolstädter Straße ausgesprochen. Auf Nachfrage unserer Zeitung begrüßte der Ortsteilbürgermeister Dietrich Hagemann nun, dass Gespräche über eine Alternative in Gang gesetzt worden seien.

Ohne die Pläne genau zu kennen, setze er sich grundsätzlich eine einvernehmliche Lösung zwischen allen Betroffenen ein. Die Notwendigkeit eines Caravanplatzes sehe auch er. Höchste Priorität für den Ort habe aber, dass keine hochwertigen Ackerböden versiegelt werden.

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