Lotusblüten in Reißtechnik

Altstadt  Ferienprojekt des Thüringer Folklore Ensembles Erfurt startet Gedankenreise zu fremden Kulturen

Traditionell in Tunika mit langer Hose (Ao Dai) gekleidet, vermittelte Hien Tran gestern Einblicke in Land und Leute ihrer Heimat. Im Ferienprojekt des Thüringer Folklore Ensembles Erfurt war Fingerfertigkeit gefragt

Foto: Heidrun Lehmann

Die lange Hose, die Hien Tran unter ihrer traditionellen Tunika trug, ähnelte farblich der Lotusblüte, der Nationalblume „Viet Nams“. Die Studentin der Kindheitspädagogik (Primäre und elementare Bildung) an der Universität Erfurt unterstrich mit ihrem Gewand das Anliegen des gestrigen Tages, nämlich Land und Leute ihrer Heimat den 22 Ferienkindern des Thüringer Folklore Ensembles Erfurt (TFE) in einem Sommerprojekt nahe zu bringen. Die getrennte Schreibweise des Landesnamens gehörte ebenso dazu, wie das an die vietnamesische Küche angelehnte, gemeinsam zubereitete Mittagessen: Nudeln mit Hähnchen und Gemüse.

Lotusblüten sowie die vietnamesische Nationalflagge bastelten die Mädchen und Jungen zwischendurch. Allerdings nicht mit der Schere, sondern in Reißtechnik, was einige Fingerfertigkeit erforderte. Später folgten Papierlaternen.

Das Ferienprojekt unter dem Thema „Das Band der Familie in verschiedenen Kulturen“ widmet sich bis zum Freitag auch Traditionen und Bräuchen aus China, Brasilien sowie Ecuador und endet am Freitag um 15 Uhr mit einer Präsentation auf der Tanztenne auf dem Petersberg. Die landeskundigen Dozenten gewann Vanessa Heinemann über den Verein „Springboard to Learning“. Seit 2015 als Geschäftsführerin des TFE tätig, lernten die Ensemblemitglieder mit ihr bereits viele, vorwiegend europäische, Länder selbst kennen oder erwiesen sich als gute Gastgeber, etwa beim Internationalen Folklore-Tanzfestival „Danetzare“, dessen nächste Auflage im Jahr der BuGa 2021 über die Erfurter Bühnen geht.

In Absprache mit Vanessa Heinemann hielt Antonia Schwabe die Fäden für Planung und Ablauf des Ferienprojektes in der Hand. Als Freiwillige im Sozialen Jahr Kultur erarbeitete die 19-Jährige mit dem „Band der Familie“ ihre Abschlussarbeit. Diesem Freiwilligenjahr schließt sich für Antonia Schwabe ein Jahr als Au Pair in England an.

Wie Vanessa Heinemann ergänzt, werde derzeit noch ein Anwärter für das ab September beginnende Freiwilligenjahr gesucht. Zudem wirbt die Geschäftsführerin um einen Tanzleiter für die Kindergruppen mit ihren 50 Mädchen und Jungen.

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