Martin Vogel gibt den Schiedsrichter

Erfurt.  Puppenspieler Martin Vogel tritt jetzt in der Studio-Box des Erfurter Theaters auf.

Martin Vogel in "Werke & Delikatessen", aktuell in der Studio.Box des Erfurter Theaters. 

Martin Vogel in "Werke & Delikatessen", aktuell in der Studio.Box des Erfurter Theaters. 

Foto: Lutz Edelhoff

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Das Erfurter Publikum kennt ihn vor allem als Puppenspieler: Martin Vogel. Seit 2004 spielte er in 53 Produktionen des Theaters Waidspeicher. Nun wagt er sich in der Studio.Box, der neuen experimentierfreudigen Spielstätte des Theaters Erfurt, auf ungewohntes Terrain: In Werke & Delikatessen, einem Theaterabend zwischen Konzert, Performance, (Video-) Installation und Inszenierung, ist er als „Schiedsrichter“ zu erleben.

Was erwartet die Zuschauer bei Werke & Delikatessen?

Man lernt auf alle Fälle eine andere, die sprachliche Seite des französischen Komponisten Erik Satie kennen. Auch ich wusste vorher nicht, dass er solche schrägen Texte zu seinen Musikstücken geschrieben hat, die fast wie eine Vorform des Dadaismus daherkommen. Das war auch für mich eine wirkliche Entdeckung. Ich kannte seine bekannten Klavierstücke, aber nicht die absurden Begleittexte und auch nicht sein Werk Sports et divertissements, das mit der Wechselwirkung von Illustrationen, Texten und Klaviermusik spielt. Diese besondere Verbindung von Sprache und Musik öffnet die Tür in eine Welt, die man in einem Opernhaus eigentlich nicht erwartet.

Was ist für Sie als Darsteller neu an dieser Art des Theaterspielens?

Der Abend hat eigentlich keine Handlung und fordert mich weniger als Schauspieler sondern vielmehr als Interpret von Texten und Sprache an sich. Ich habe keine Puppe und auch sonst nichts in der Hand und statt mich zu bewegen sitze ich die meiste Zeit über auf einem Schiedsrichterstuhl. Ich muss mich ganz den Texten und dem Rhythmus der Musik hingeben.

Wie fühlen Sie sich damit?

Man muss sich darauf einlassen etwas Seltsames, etwas Schräges, Experimentelles zu erleben, bei dem nicht mal wir Darsteller nicht wissen, wie es ausgehen wird. Es ist eine improvisatorische Theaterform, die vieles offen lässt, die es erlaubt, dem Ganzen in jeder Vorstellung eine neue Farbe, eine neue Richtung zu verleihen. Ich finde das absolut spannend. Wer auf so etwas Lust hat, der sollte da unbedingt rein gehen!

Karten für die Vorstellungen am Fr., 13., und So., 22. Dezember, auf www.theater-erfurt.de/delikatessen oder telefonisch unter 22 33 155.

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