MDR prüft Geschäftsunterlagen von Unterhaltungschef Foht

Nach Suspendierung des Unterhaltungschefs Udo Foht läuft die Suche nach weiteren fraglichen Schreiben. Die Anhörung wurde vertagt.

Derzeit werden die Unterlagen von Udo Foht geprüft. Er soll mit Briefbögen des Senders von Firmen private Zahlungen gefordert haben.

Derzeit werden die Unterlagen von Udo Foht geprüft. Er soll mit Briefbögen des Senders von Firmen private Zahlungen gefordert haben.

Foto: zgt

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Erfurt. Der Kika-Skandal ist noch nicht annähernd aufgearbeitet, da beschäftigt die MDR-Spitze ein weiterer Vorfall. MDR-Unterhaltungschef Udo Foht soll mit Briefbögen des Senders von Firmen private Zahlungen gefordert haben.

Der Sender habe bei der Überprüfung der internen Strukturen Hinweise auf die Vorgänge erlangt, informierte der MDR in der Vorwoche und teilte zugleich die Suspendierung des Unterhaltungschefs mit. Entsprechende Unterlagen seien auch an die Staatsanwaltschaft Leipzig übergeben worden, sagte MDR-Sprecher Dirk Thärichen. "Es sind mehrere solcher Schreiben bekannt geworden", bestätigte er gestern unserer Zeitung.

Ein für übermorgen geplante arbeitsrechtliche Anhörung von Udo Foht wurde vertagt. Sie finde aber auf jeden Fall statt, sobald ein geeigneter Termin gefunden werde, fügte der MDR-Sprecher an.

Nach Information der "Welt" vom Wochenende soll der suspendierte Unterhaltungschef mindestens zwei der dubiosen Geldgeschäfte über eine Berliner Firma mit dem Namen "just for fun" abgewickelt haben.

Offenbar steht mindestens eine Person, die für den MDR als Moderator eine Globetrotter-Serie dreht, auch in Verbindung mit dieser Berliner Firma, die einem Immobilienmakler gehören soll.

Aufgefallen waren mögliche unklare Finanztransaktionen und die Aufforderungen dazu mit MDR-Briefköpfen, als der Geschäftsführer einer Leipziger Produktionsfirma versuchte, sein Geld wieder zurückzuerhalten, und einen Anwalt einschaltete. Der Geschäftsführer hatte auf Bitten von Udo Foht 2008 rund 20 000 Euro kurzfristig zur Verfügung gestellt, das Geld dann aber nicht zurückerhalten. Inzwischen bemerkte er, dass die Summe über eine Rechnung an die Firma "just for fun" gegangen sein soll.

Ob dem MDR durch das Tun des suspendierten Unterhaltungschefs auch ein finanzieller Schaden entstanden ist, war bisher unklar. Derzeit gebe es dafür "keine Anhaltspunkte", sagte gestern Dirk Thärichen.

Dafür wurde aber bekannt, dass der Unterhaltungschef offenbar finanzielle Schwierigkeiten gehabt haben muss. Denn mehrmals wurde sein Gehalt nach TA-Informationen mit kleinen Summen gepfändet.

Eines der dubiosen Schreiben mit MDR-Kopf des suspendierten Unterhaltungschefs scheint aus dem Jahr 2008 zu stammen. So stellt sich die Frage, ob das, was bisher bekannt wurde, nur die Spitze eines größeren Netzwerkes ist, oder ob Foht sich tatsächlich dieses Schrittes nur bei persönlichen finanziellen Enpässen bediente. Die neuen Prüfungen beim MDR haben gerade erst begonnen.

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