Mehr als holpriger Neustart bei den Erfurter Buga-Freunden

Erfurt.  Es sollte ein Neustart werden für den Verein der Buga-Freunde, doch der Weg zum neuen Vorstand verlief alles andere als geräuschlos und glatt.

Der neue Vorstand des Vereins (v.l.n.r.): Lars Chrestensen (stv. Vorsitzender), Rolf-Peter Stockmeyer (Schatzmeister), Birgitt Röder (2. Beisitzerin), Rüdiger Kirsten (Vorsitzender) und Wolf-Dieter Blüthner (1. Beisitzer).  

Der neue Vorstand des Vereins (v.l.n.r.): Lars Chrestensen (stv. Vorsitzender), Rolf-Peter Stockmeyer (Schatzmeister), Birgitt Röder (2. Beisitzerin), Rüdiger Kirsten (Vorsitzender) und Wolf-Dieter Blüthner (1. Beisitzer).  

Foto: Paul-Philipp Braun

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Die Vorstandswahlen sollten einen Neustart markieren für den Verein der Freunde der Bundesgartenschau. Krisengeschüttelt nach drei Rücktritten aus dem alten Vorstand, allen voran des Vorsitzenden Dieter Bauhaus und des Alt-OBs Manfred Ruge, lief die Mitgliederversammlung am Montag bei den Stadtwerken alles andere als geschmeidig. Im Gegenteil: Uneins und geräuschvoll zerstritten zeigten sich die Mitglieder bei der Neuausrichtung des Vereins.

Für viele überraschend stellte sich am Abend Peter Zaiß, Geschäftsführer der Erfurter Stadtwerke, als Vorsitzender zur Wahl. Er wolle gern die Arbeit von Bauhaus nahtlos fortsetzen. Dazu sähe er sich aber nur im Stande, würden ihm sieben weitere und besonders verlässliche Vorstandsmitglieder seiner Wahl zur Seite stehen, die mit ihm inhaltlich am selben Strang ziehen würden. Seinem Wunsch nach einer Wahl dieser Kandidaten im Block wurde nach Hin und Her und mit Verweis auf die Vereinssatzung nicht entsprochen und einzeln gewählt.

Dr. Rüdiger Kirsten, bereits im alten Vorstand vertreten, kandidierte wie angekündigt für den Vorsitz, musste sich aber gegen Zaiß geschlagen geben, der von den Vereinsmitgliedern neun Stimmen mehr bekam. Auch WBG Zukunft-Vorstand Silke Wuttke konnte sich als Zaiß-Favoritin durchsetzen. Der Knacks kam bei der dritten Abstimmung: Hier trat SPD-Mann Wolfgang Metz für das Zaiß-Team gegen Alt-Vorstands-Mitglied Lars Chrestensen an - und unterlag. Damit war die Wahl für Peter Zaiß insgesamt gelaufen, er zog seine Kandidatur zurück und das ganze Verfahren begann bei null.

Wer macht’s nun? Die frustrierende Frage stand im Raum und Kirsten stellte sich - „schweren Herzens, um den Verein geschäftsfähig zu halten“, wie er am Dienstag sagte - als Verlierer der ersten Runde erneut zur Wahl. Mit 18 Ja-Stimmen und vielen Enthaltungen wurde er zum Vorsitzenden gewählt. Zum Stellvertreter wurde Lars Chrestensen, Rolf-Peter Stockmeyer zum Schatzmeister, Birgitt Röder (2. Beisitzerin) und Wolf-Dieter Blüthner (1. Beisitzer) gewählt. Der Vorstand ist damit nicht komplett besetzt, könne aber arbeiten.

Von einem gescheiterten Versuch der Vereinsübernahme, von einem Überrumpelungsversuch und von wunderlichem Demokratieverständnis, das an Wahlen in der DDR erinnere, war in den Reihen derer die Rede, die die Zaiß-Pläne zunichte machten. Von der unbedingten Notwendigkeit, ein verlässliches Team für die größtmögliche Unterstützung an den Start zu bringen, nur „ganz oder gar nicht“, spricht dagegen der Stadtwerke-Chef.

Keine Experimente

Zu seiner Mannschaft, in der jeder eine spezielle Rolle inne gehabt hätte, hätten neben Wuttke und Metz auch eine Annette Sachse (Steuerberaterin), Andreas Frank (bisheriger Schatzmeister), Constanze Kreuser (Geschäftsführerin Ram GmbH), Erfurts Buga-Geschäftsführerin Kathrin Weiß und Marc Frings (Atlas Immobilien) gezählt.

„Ich glaube, der bisherige Vorstand hat nicht immer gemeinsam in eine Richtung gearbeitet, das galt es zu optimieren“, sagte Zaiß auf Anfrage unserer Zeitung. Er habe sich nicht auf Experimente einlassen wollen. Von seiner Kandidatur in Absprache mit OB Andreas Bausewein und Buga-Chefin Kathrin Weiß habe er im Vorfeld der Wahl den bis Montag amtierenden Vorsitzenden informiert: „Der war mein Ansprechpartner“, so Zaiß, von einer Geheim-Aktion keine Spur.

Stadtwerke-Chef Peter Zaiß sagte am Dienstag, er nehme die Niederlage „sportlich“, nun verfüge er eben über mehr Freizeit. Die Zusammenarbeit mit dem Verein der Buga-Freunde bleibe indes unverändert bestehen. Auch die „Blühweinhütte“ auf dem Weihnachtsmarkt gebe es dieses Jahr wie geplant.

Beim Ausblick auf die Bundesgartenschau 2021 zeigten sich Zaiß und Kirsten am Dienstag einig: „Es wird eine gute Buga werden!“, sagen beide ganz unabhängig voneinander.

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