Mehr Flächen für die Außengastronomie in Erfurt

Erfurt.  Die Freigabe zusätzlicher Flächen erfolgt nach Einzelprüfung. Die Sondernutzungsgebühren für die Flächennutzung werden bis Jahresende erlassen.

Noch stehen die Stühle aufeinander, wie hier am Wenigemarkt. Voraussichtlich ab 22. Mai kann die Außengastronomie wieder starten.

Noch stehen die Stühle aufeinander, wie hier am Wenigemarkt. Voraussichtlich ab 22. Mai kann die Außengastronomie wieder starten.

Foto: Marco Schmidt

Wenn voraussichtlich am 22. Mai die Außengastronomie wieder öffnen darf, können die Erfurter Gastronomen auf größere Terrassen und Biergärten hoffen. Anträge zur Vergrößerung der Sondernutzungsbereiche könnten ab sofort gestellt werden und würden im Einzelfall geprüft, bestätigt Ordnungsdezernent Andreas Horn (CDU). Alle aktuellen Entwicklungen im kostenlosen Corona-Liveblog.

Zudem verzichte die Stadt bis Jahresende auf die Sondernutzungsgebühren. Die Gebühren für die Nutzung von Außenflächen waren seit Beginn der Corona-Krise ausgesetzt. Geprüft werde noch, ob die Stadt auch die Verwaltungskosten für die Erweiterungsanträge erlassen kann.

„Die Gastronomen hatten riesige Umsatzausfälle“, meint Wirtschaftsdezernent Steffen Linnert (SPD). Sie sollten daher bei der Wiederöffnung bestmöglich unterstützt werden. „Wir werden Verwaltungsprozesse, die normalerweise eine bestimmte Zeit dauern, im Hinblick auf die Ausnahmesituation verschlanken“, sagt Linnert.

Zu diesem Zweck werde auch eine dezernatsübergreifende Einsatzgruppe gebildet. Sie soll die Abstimmung zwischen den Ämtern erleichtern und im Gespräch mit den Gastronomen die Rahmenbedingungen klären.

In Weimar wurde bereits ab Mittwoch wieder Außengastronomie erlaubt. Doch ist der Begriff laut Linnert in diesem Fall irreführend, weil Selbstabholung von Speisen und Getränken und Mindestabstände von zehn Metern zu den Restaurants gefordert werden. „Sie machen nur, was ohnehin schon erlaubt ist“, sagt Linnert.

Horn: Wir wollen bereit sein, falls es eher losgeht als am 22. Mai

Die Freigabe für echte Außengastronomie mit Bedienung an den Tischen muss vom Land erfolgen. Sie wurde bisher für den 22. Mai angekündigt. „Wir wollen aber bereit sein, falls es eher losgehen kann“, sagt Dezernent Horn.

Erste Gespräche mit Gastronomen und dem Deutschen Hotel- und Gaststättenverband seien bereits erfolgt. Wie die geltenden Hygieneregeln praktisch umgesetzt werden und in welchen Situationen etwa Masken getragen werden müssen, orientiere sich vor allem an den Vorgaben des Landes.

Die Ausweitung der Bedienbereiche hänge vom Platzangebot ab. Abstandsregeln müssten eingehalten und Rettungswege frei gehalten werden.

Bei der Suche nach nutzbaren Flächen seien auch die Gastronomen selbst gefragt. So bestehe die Möglichkeit, den Außenbereich benachbarter Geschäfte zum Teil mit zu nutzen, wenn der Geschäftsinhaber mitspielt.

„Die Erweiterung wird sich mehr in der Breite als in der Tiefe abspielen“, sagt Horn und nennt nicht genutzte Dreiecksflächen am Wenigemarkt als ein Beispiel. Laut Steffen Linnert genießt dabei die Wiederbelebung der Innenstadt Priorität über die Ästhetik.

Nur noch drei aktiv Infizierte in Erfurt

Ordnungsdezernent Horn begründet das Angebot der Stadt an die Gastronomen mit dem größeren Flächenbedarf in der Corona-Krise. „Vor der Krise rechneten die Wirte mit einem Gast pro Quadratmeter“, sagt Andreas Horn. „Unter den geltenden Regeln müssten pro Gast neun Quadratmeter zur Verfügung stehen.“

Nach drei weiteren Genesenen waren am Mittwoch nur noch drei Erfurter aktiv mit dem Corona-Virus infiziert. Oberbürgermeister Andreas Bausewein (SPD) warnt jedoch vor zu großen Lockerungen und weist auf weiter hohe Zahlen in der Nachbarschaft hin, etwa im Landkreis Gotha. „Die Art und Weise des Öffnens ist hoch kompliziert“, sagt er.