Mehrfacher Vergewaltiger in Erfurt zu langer Haftstrafe verurteilt

Erfurt  Ein 35-Jähriger ist wegen der Vergewaltigung von zwei Frauen in Erfurt zu insgesamt zwölfeinhalb Jahren Haft verurteilt worden.

Wegen Vergewaltigung muss ein Mann für über zwölf Jahre hinter Gitter. Er hatte kurz nach der Entlassung aus der Haft zwei Frauen überfallen und missbraucht. Beantragte elektronische Fußfesseln waren abgelehnt worden.

Wegen Vergewaltigung muss ein Mann für über zwölf Jahre hinter Gitter. Er hatte kurz nach der Entlassung aus der Haft zwei Frauen überfallen und missbraucht. Beantragte elektronische Fußfesseln waren abgelehnt worden.

Foto: Fabian Klaus

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Cliff S. muss zwölfeinhalb Jahre ins Gefängnis - und wird auch danach nicht frei kommen. Am Montag ist der 35-Jährige am Landgericht Erfurt in zwei Fällen der schweren Vergewaltigung schuldig gesprochen worden. Ein dritter Fall der sexuellen Belästigung, ebenfalls zunächst angeklagt, wurde eingestellt.

Die 6. Strafkammer unter Vorsitz von Richterin Sabine Rathemacher sah es als erwiesen an, dass S. im September und Oktober des vergangenen Jahres binnen weniger Wochen zwei Frauen brutal vergewaltigt hat. Sie hatte seit April gegen den Man verhandelt. Richterin Rathemacher sagte bei der Urteilsverkündung: „Er hat bei den Opfern Narben verursacht, die bleiben.“ Die Kammer sah bei S. ein „planvolles Vorgehen mit einer erheblichen Rücksichtslosigkeit“.

Staatsanwaltschaft und Nebenklage hatten jeweils die höchstmögliche Haftstrafe von 15 Jahren für die Taten gefordert. Die Verteidigung hatte keine konkrete Strafe gefordert. S. schwieg während des Prozesses zu den Vorwürfen gegen ihn.

S. ist einschlägig vorbestraft, hat bereits eine Haftstrafe wegen Vergewaltigung komplett abgesessen. Mit den beiden Taten in Erfurt stehen in S. Strafregister insgesamt sechs Taten, die sich gegen die sexuelle Selbstbestimmung gerichtet haben. Im Juni 2018 war er nach neun Jahren und sechs Monaten aus dem Gefängnis in Sachsen-Anhalt entlassen worden - bis zu den Taten vergingen dann nur wenige Wochen. Dass er nach seiner Haftentlassung eine Fußfessel tragen sollte, lehnte ein Gericht in Sachsen-Anhalt ab, das seinerzeit für den Fall zuständig war. S. war nach der Haft nach Erfurt gezogen, weshalb die Thüringer Polizei die Fußfessel wollte.

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