Erfurter Messe denkt erneut über Profi-Ballsporthalle nach

Erfurt  Der Aufsichtsrat beauftragt eine Machbarkeitsstudie. Bei positivem Ausgang könnte die Halle Mitte der 20er Jahre stehen, meint der Messe-Chef. Derzeit kommen die Basketball Löwen, die Rollstuhl-Basketballer der Thuringia Bulls aus Elxleben und die Volleyball-Frauen von Schwarz-Weiß aus der Riethsporthalle als mögliche Nutzer in Frage.

Die Basketball Löwen, hier bei einem Testspiel in der Riethsporthalle, kommen als Nutzer einer Profi-Ballsporthalle in Frage.

Die Basketball Löwen, hier bei einem Testspiel in der Riethsporthalle, kommen als Nutzer einer Profi-Ballsporthalle in Frage.

Foto: Sascha Fromm

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Die Erfurter Messe holt Pläne für eine vierte Messehalle mit der Option auf eine Profi-Ballsportnutzung wieder hervor. Der Aufsichtsrat hat die Messe mit einer Machbarkeitsstudie beauftragt, bestätigt der Sprecher Kay-Uwe Dorn. Die Studie sei ergebnisoffen und solle bis zum Jahresende vorliegen.

„Eine Profi-Ballsporthalle ist in Erfurt ein großes Thema“, sagt Dorn. Zuletzt hatte der Stadtrat 300.000 Euro für eine Planung bereitgestellt. Das Geld, das nach Angaben der Stadtverwaltung bei Weitem nicht reicht, fiel einer Haushaltssperre zum Opfer.

Die Diskussion darüber könne man sich sparen, meint nun Messe-Chef Michael Kynast. „Wenn diese Halle geplant wird, dann von uns als Investor und nicht von der Stadt“, sagt er. In den nächsten drei Jahren sei die Halle nicht realistisch. „Bis 2025 oder 26 aber schon“, meint der Messe-Chef.

Erfurts Finanzdezernent Steffen Linnert (SPD) begrüßt die Ankündigung. „Eine Ballsporthalle in der Erfurter Messe wird den Sport- und Wirtschaftsstandort Erfurt auf jeden Fall stärken“, meint er. „Und wir bei der Stadt Erfurt können uns so unseren vorrangigen Aufgaben widmen – der Sanierung und dem Neubau von Schulen- und Schulsporthallen.“ Auch Thüringens Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) zeigt seine Sympathie. „So eine Investition ist schwer zu heben, aber Thüringen hat letztlich sehr viel davon“, meinte er.

Ob Linnert sich wirklich zurücklehnen kann, geht aus den Äußerungen nicht so recht hervor. Laut Michael Kynast sei es „unverzichtbar, dass sich die Stadt endlich konkret dazu positioniert“, sagt er. „Denn so eine Halle ist nur mit langfristigen Mietverträgen zu bespielen.“

Bis vor gut einem Jahr hatte die Messe schon einmal Gedanken an eine Profi-Ballsporthalle gehegt. So wie jetzt als vierte Messehalle geplant, sollte das Gebäude 5000 Besuchern Platz bieten und 20 bis 23 Millionen Euro kosten. Die Nutzung durch Profisport-Vereine sollte rund 60 Prozent ausmachen. Die restliche Zeit sollte die Halle den zusätzlichen Platzbedarf für Messe-Veranstaltungen abdecken.

Die Messe ließ die Pläne fallen, als mit dem Rückzug der Rockets auch der hochklassige Profi-Basketball aus Erfurt zunächst verschwand. Die Rockets spielten damals in der Messe.

Derzeit kommen die in der zweiten Bundesliga spielenenden Basketball Löwen, die erfolgreichen Rollstuhl-Basketballer der Thuringia Bulls aus Elxleben und die Volleyball-Frauen von Schwarz-Weiß aus der Riethsporthalle als mögliche Nutzer in Frage. Ob in einem Finanzierungsmodell die von Kynast erwähnten langfristigen Mietverträge durch die Stadt abgesichert werden sollen, ließ die Messe offen. „So weit sind wir noch nicht“, sagt Messe-Sprecher Dorn und schließt in diese Aussage auch die Größe, Kosten und Kapazität der Halle mit ein.

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