Kreisverkehr in Demminer Straße in Erfurt: Unfallzahl soll gesenkt werden

Erfurt  In der Demminer Straße wird ein Kreisverkehr gebaut. Seit vielen Jahren war dieser von Experten gefordert worden.

An dieser Stelle soll der Kreisverkehr errichtet werden. Doch zuvor werden die Gehwege erneuert und der Asphalt wird neu aufgetragen. Insgesamt dauern die Bauarbeiten bis Ende Juni 2020 an.

An dieser Stelle soll der Kreisverkehr errichtet werden. Doch zuvor werden die Gehwege erneuert und der Asphalt wird neu aufgetragen. Insgesamt dauern die Bauarbeiten bis Ende Juni 2020 an.

Foto: Marco Schmidt

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Noch ein Jahr lang müssen Autofahrer die Umleitung für die Demminer Straße in Kauf nehmen. Grund sind Bauarbeiten, die Fahrbahn erhält zwischen der Nordhäuser Straße kurz vor Gispersleben und der Auffahrt zur B4/Hannoversche Straße eine neue Asphaltdecke, die Gehwege werden mit Betonsteinpflaster befestigt.

Hauptziel allerdings ist die Errichtung eines Kreisverkehrs.

Warum macht ein Kreisverkehr an dieser Stelle Sinn? Ein Blick in die elektronische Unfallsteckkarte der Polizei zeigt: hier haben sich in den vergangenen Jahren die Unfälle gehäuft. Die Kreuzung Demminer Straße – Dubliner Straße war verstärkt Ort für Kollisionen. So krachte es 2014 13 mal, ein Jahr später 11 mal, 2016 acht mal. In der Unfallkommission, in der unter anderem Vertreter der Polizei und des Tiefbauamtes sitzen, war die Kreuzung bereits 2015 Thema. Immer wieder machte die Polizei anhand der Statistiken aufmerksam, welche Gefahr die Kreuzung darstellt.

Von einer Unfallhäufungsstelle wird etwa gesprochen, wenn sich an einer Stelle innerhalb eines Jahres fünf Unfälle mit derselben Ursache ereignen. In der Demminer Straße war die Ursache stets: Vorfahrt missachtet.

„An der Stelle fließt viel und schnell der Verkehr. Von der Dubliner Straße abbiegende Fahrzeuge haben kaum eine Chance, eine Lücke zu erwischen. Die Kreuzung ist sehr unübersichtlich“, erklärt Matthias Polten, Sachbereichsleiter Verkehr in der Landespolizeiinspektion. Oft wurde darüber diskutiert, wie man die Kreuzung entschärfen könnte. Eine bestehende Kreuzung umzubauen für einen Kreisel kostet viel – Geld, das im städtischen Haushalt nicht vorhanden war. Um überhaupt erstmal das Risiko zu senken, entschieden die Verantwortlichen, das Tempo auf 30 zu reduzieren. Dies geschah zum 1. November 2016.

„Die gewünschte Wirkung trat ein“, sagt der Polizeihauptkommissar. „Die Autos fuhren langsamer und so hatten abbiegende Fahrzeuge mehr Zeit, auf die Demminer Straße zu kommen.“ Die Einhaltung der 30 wurde durch Polizei und städtischen Blitzer kontrolliert.

In der Statistik spiegelt sich die Temporeduzierung wieder. Die Zahl der Unfälle sank in 2017 auf sechs Unfälle und 2018 auf vier Unfälle. Um die Unübersichtlichkeit der Kreuzung zu nehmen, ist aber der Kreisverkehr das effektivste Mittel. Im September 2017 kam dann das Okay für den Kreisel. „Es ist ein kleiner Kreisverkehr“, sagt Andreas Starke vom Tiefbau- und Verkehrsamt. Der Durchmesser beträgt 22 Meter. „Die Mittelinsel kann von größeren Lkw überfahren werden.“

Mancher Erfurter wird an diesem Punkt jetzt an den Kreisel in der Blücherstraße denken – der als millionenfach geklicktes Video im Internet Aufsehen erregte. Doch auch er hat seine Wirkung erzielt: Die Zahl der Unfälle sank langsam.

Zurück zur Demminer Straße. Diese wird in drei Abschnitten unter Vollsperrung gebaut. Insgesamt fließen in das Komplexprojekt, zu dem auch Kanalbau gehört, 1,56 Millionen Euro. Am 3. Juli kommenden Jahres sollen die Bauarbeiten beendet und der Kreisverkehr befahrbar sein. „Natürlich hoffen wir, dass sich an der Stelle ab dem Zeitpunkt weniger Unfälle ereignen“, sagt Andreas Starke.

In der Unfallkommission sind allerdings schon die nächsten Unfallhäufungsstellen auf die Tagesordnung gesetzt worden.

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