Mit gemischten Gefühlen im Flieger von Erfurt nach Rhodos

Erfurt.  Am Donnerstag startete der erste Passagierflug nach der Corona-Pause in Erfurt, wo immer noch 22 Airbus parken. Einige Urlauber gingen mit gemischten Gefühlen an Bord.

Mit der Aufhebung der Reisewarnung startete am Donnerstag der touristische Flugverkehr vom Flughafen Erfurt-Weimar mit einem Flug der Corendon Airlines nach Rhodos.

Mit der Aufhebung der Reisewarnung startete am Donnerstag der touristische Flugverkehr vom Flughafen Erfurt-Weimar mit einem Flug der Corendon Airlines nach Rhodos.

Foto: Sascha Fromm

XR9241. So lautete die Bezeichnung des ersten touristischen Fluges, der am Donnerstag nach dreieinhalbmonatiger Corona-Pause von Thüringen aus wieder in den Himmel abhob. Nachdem die Maschine gegen 9 Uhr leer von Heraklion auf der griechischen Insel Kreta gekommen war, startete sie - zu etwa fünfzig Prozent ausgelastet - am Vormittag vom Flughafen Erfurt-Weimar nach Rhodos. Alle aktuellen Entwicklungen im kostenlosen Corona-Liveblog

Die meisten der 74 Passagiere hatten dabei durchaus gemischte Gefühle, manche zudem für den Beginn des Urlaubs eine weite Anreise hinter sich. „Wir sind aus Berlin gekommen. Bis vor kurzem wusste ich gar nicht, dass Erfurt einen Flughafen hat. Doch von nirgendwo anders war ein Flug möglich“ berichtete Simone Handke, die mit ihren Kindern Maya und Moritz in den Flieger stieg. Neun Tage Sommer, Sonne - das seien die Erwartungen.

Gestresst wirkte Verena Henning aus Gera, die mit ihrem Mann noch um 3 Uhr in Dresden war - dort sollte eigentlich ihr Flug starten. „Unser Reiseveranstalter hat uns ungenügend informiert, dass dieser ausfällt.“ Etwas verärgert über die arg beschränkte Mitnahme von Handgepäck zeigte sich Reinhard Remmler. „Aber ich bin entspannt, was die zwei Wochen betrifft“, so der Erfurter, der mit seiner Frau in einem Vier-Sterne-Hotel mit Vollverpflegung übernachtet und die ausgefüllten Formulare sofort griffbereit hatte.

Beschränkungen für Passagiere kaum spürbar

Die griechische Regierung in Athen hatte am Montag mitgeteilt, dass sämtliche Touristen 48 Stunden vor ihrer Einreise online ein Anmeldeformular mit einem Fragebogen ausfüllen und dann im Gegenzug einen persönlichen QR-Code erhalten, der bei der Ankunft über einen Test auf das Coronavirus entscheidet. Auf dem Flughafen in Erfurt-Bindersleben sind Beschränkungen für die Passagiere derweil kaum spürbar. „Natürlich setzen wir auch für unsere Angestellten ein Hygienekonzept um, achten vor allem auf den Mund-Nase-Schutz. Aber wir wollen die Urlaubsfreude ja nicht schon am Anfang trüben“, so Geschäftsführer Uwe Kotzan.

Er kündigte an, dass in den folgenden Tagen weitere Flüge nach Kreta, Mallorca und Bulgarien folgen, im August kommt auch noch Ungarn hinzu. Und sehnlichst erwartet er, dass die Reisewarnung für die beliebtesten Ziele der Thüringer - Türkei und Ägypten - bald aufgehoben wird.

Aber auch so ist ein Teil des Flughafens in Erfurt mit Maschinen bestens gefüllt. Denn wegen der Corona-Pandemie kann Airbus im Werk Finkenwerder bei Hamburg fertig produzierte Flugzeuge nicht oder nur zögerlich ausliefern. Der riesige Luftfahrtkonzern nutzt den Flughafen Erfurt-Weimar, einen der kleinsten und am wenigsten frequentierten in Deutschland, deshalb zum Parken. „Wir profitieren davon, erhalten Parkgebühren und Tankgeld“, so Sprecher Hans-Holm Bühl. Am Donnerstag waren es 22 Maschinen. Sie standen, während der Flieger XR9421 um 10.22 Uhr davon düste.

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