Mit Glück und Theißen: RWE-Torwart rettet beim 1:1 in Babelsberg den Punkt

Babelsberg  Mit seinen spektakulären Paraden und einem gehaltenen Handelfmeter sicherte Rot-Weiß Erfurt-Torwart Jannick Theißen seiner Mannschaft einen Punkt in Babelsberg.

RWE-Trainer Thomas Brdaric (links) bedankt sich bei Jannick Theißen.

RWE-Trainer Thomas Brdaric (links) bedankt sich bei Jannick Theißen.

Foto: Frank Steinhorst

Direkt nach dem Schlusspfiff wusste Lukas Novy sofort, wem diesmal eine besondere Anerkennung gebührt. „Ich muss in die Kabine und mich bei Jannick Theißen bedanken“, sagte der Kapitän des FC Rot-Weiß Erfurt über den Torhüter, der mit seinen spektakulären Paraden und einem gehaltenen Handelfmeter seinem Verein zumindest einen Punkt beim 1:1 (0:1) in Babelsberg rettete.

Der 21 Jahre alte Schlussmann war hin- und hergerissen nach diesem turbulenten Spiel, das Erfurt durchaus auch hätte verlieren können. Trainer Thomas Brdaric sprach deshalb auch von einer glücklichen Punkteteilung und hob ebenso die Leistung seines erst vor einem Monat verpflichteten Torhüters hervor.

Gastgeber hatte ersten Dreier dicht vor Augen

„Ich bin froh, dass wir nach dem Rückstand noch einmal zurückgekommen sind“, sagte Theißen, der überhaupt erst dafür gesorgt hatte, dass Erfurt die Chance auf wenigstens ein Remis besaß. Durch einen umstrittenen Handelfmeter nämlich hatte der bislang noch sieglose Gastgeber den ersten Dreier dicht vor Augen.

In der 62. Minute war Kapitän Novy beim 0:1-Rückstand der Ball an den Arm geflogen, was der Schiedsrichter mit einem Handelfmeter quittierte. Weil die Hand aber keineswegs aktiv zum Ball ging, bewertete der Erfurter Trainer den Pfiff als Fehlentscheidung. „Was soll Lukas denn machen? Er kann sich doch nicht den Arm abschneiden“, sagte Brdaric.

Aber weil der Erfurter Torhüter gegen 1:0-Torschütze Tom Nattermann die richtige Ecke ahnte („Ich hatte das Gefühl, dass er dorthin schießt“), blieb jene Szene trotz allen Diskussionsbedarfs nur eine Randnotiz. Viel mehr offenbarte Erfurt die alten Schwächen. Die klare Überlegenheit in Halbzeit eins hinderte Babelsberg nicht am Führungstor wie aus dem Nichts (19.).

Adomah erzielt Ausgleich aus 30 Metern

So wirkte es fast wie eine Verzweiflungstat, als Francis Adomah elf Minuten vor dem Schlusspfiff aus 30 Metern einfach abzog -- und tatsächlich die Gastgeber kalt erwischte. „Das war ein Sonntagsschuss. Ich habe der Mannschaft in der Pause gesagt, dass wir auch mal auf das Tor schießen müssen“, erklärte Brdaric.

Aber mit diesem Ausgleich fühlten sich die Gastgeber offenbar erst recht herausgefordert. Babelsbergs Nattermann, der sonst selten einen Elfmeter verschießt, tauchte plötzlich frei vor Erfurts Schlussmann Theißen auf (71.). Der junge Schlussmann aber behielt genauso die Nerven wie in der 87. Minute, als er spektakulär durch die Luft segelte und einen Ball von der Linie boxte. Schon vorher hatte auch noch der Pfosten gnädig mitgeholfen (78.). Zur turbulenten Schlussphase gehörte schließlich auch die rote Karte des eingewechselten Pino Tellez, der mit seinem Foulspiel ein Konter verhinderte.

Der gefeierte Torhüter indes wusste im ersten Augenblick gar nicht, ob er sich nun freuen oder angesichts des verpassten Sieges doch lieber ärgern sollte. „Ich bin froh, dass ich meiner Mannschaft auf diese Weise helfen konnte. Aber unendlich glücklich bin ich mit diesem einen Punkt natürlich nicht.“

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