Danakil-Klimazonenhaus wächst im Egapark Erfurt heran

Erfurt  Das neue Wüsten- und Urwaldhaus im Egapark soll im Jahr 2021 eröffnet werden. Namensgeber ist die Danakil-Wüste in Äthiopien.

Ein Geflecht aus verschweißten Stahlstangen ist das Grundgerüst für die Felsen aus Spritzbeton, die künftig den Weg der Besucher des Danakil-Hauses durch den Wüstenbereich säumen. Noch braucht es Einiges an Phantasie für das Wüstenerlebnis im Egapark.

Ein Geflecht aus verschweißten Stahlstangen ist das Grundgerüst für die Felsen aus Spritzbeton, die künftig den Weg der Besucher des Danakil-Hauses durch den Wüstenbereich säumen. Noch braucht es Einiges an Phantasie für das Wüstenerlebnis im Egapark.

Foto: Frank Karmeyer

Die Kakteen sind schuld: Ihr bestmöglicher Umzugstermin im bevorstehenden Herbst gibt Tempo und Reihenfolge vor, was im zweigeteilten Danakil-Haus als erstes fertiggestellt sein muss: Erst die Wüste, dann der Dschungel. So ist der grün-feuchte Urwald noch ohne Dach, während in der Wüste der Regen schon auf großflächige Glasscheiben prasselt. Demnächst, so kündigt Projektleiter Sandro Schollmeyer an, könne auch die Heizung angeworfen werden, damit es die Kakteen vom ersten Tag an im neuen Danakil-Zuhause ansprechend warm haben und das „Umtopfen“ gelingt.

Namensgeber für das neue Wüsten- und Urwaldhaus im Egapark, das ein Vorzeigeprojekt der Bundesgartenschau und im Jahr 2021 eröffnet werden soll, ist die Danakil-Wüste in Äthiopien. Dort eine der menschenfeindlichsten Regionen der Welt und als „Höllenloch der Schöpfung“ bezeichnet, wird ihre Thüringer Dependance im Egapark über die Buga hinaus ihre Gäste barrierefrei, per App erlebbar, von 30 Tierarten bevölkert und mit ansprechender Gastronomie empfangen. Das jedenfalls versprechen die Buga- und Egapark-Verantwortlichen.

In beiden Gebäudeteilen wird Wasser die zentrale Rolle spielen. Wie wichtig Wasser ist, können Besucher live, aber auch per App erleben, mittels derer sie beim Durchqueren der zusammen etwa 2000 Quadratmeter großen Klimazonen zum Wassersammeln aufgefordert sind. Quasi im Vorbeigehen an Skorpionen, Erdmännchen, Blattschneiderameisen, Rüsselspringern, Kaktusmäusen und anderen Tieren, deren „Wohnungen“ sich im Beton schon abzeichnen. Strom, Licht, Wasser, Anschlüsse für Info-Technik sind verlegt dafür. Etwa 200 Meter lang ist der Rundkurs, den Besucher mit geringerem Wissensdurst wohl in einer Dreiviertelstunde zurücklegen werden, wie Sandro Schollmeyer vermutet.

Die Fettschwanzrennmäuse sind schon eingetroffen im Egapark – und haben sich bereits fleißig vermehrt, weiß der Projektleiter zu berichten. Sie werden – wie bei zoologischen Einrichtungen üblich – zu Tauschobjekten für andere Tierarten werden, die Danakil bevölkern sollen. Auch Ameisen sind bereits bestellt und warten in Berlin auf ihren Umzug nach Erfurt.

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Bald kommen die Garten- und Landschaftsbauer ins Haus

Im Februar 2018 war der Danakil-Grundstein gelegt worden, Richtfest wurde im Juli 2019 gefeiert. Jetzt kommen bald die Garten- und Landschaftsbauer ins Haus, um jenen Beton, der nicht von Experten dieses Fachs künstlerisch zu Felsen geformt und mit einer vermeintlichen Salzkrone versehen wurde, mit Erde zu bedecken. Grundlage bieten verschweißte Stahlstangen, darauf ein Glasfasernetz. Dann wird auch das weiße Waschbecken im Erdmännchen-Gehege verschwinden, umgestaltet zur Tränke der Tiere, das in der Wüsste kaum mehr als Keramik auffällt.

Dann übernehmen die Kunstfelsenbauer einen weiteren Auftrag: Der Personenfahrstuhl, im Empfangsbereich und neben dem siebeneinhalb Meter hohen Wasserfall gelegen, wird nicht nur Barrierefreiheit im Gebäude schaffen. Er wird Gäste ins Untergeschoss zu Garderobe und Sanitärbereich befördern oder zum Veranstaltungsraum für rund 200 Gäste ins OG bringen – und sich zuvor unter den Händen der Bauleute verwandeln, wie der Beton in Fels: Wer im Danakil die Etage wechselt, wird künftig einen Baumstamm betreten und kann wählen zwischen Krone und Wurzel.

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