Angriff in Erfurter Straßenbahn: Keine politisch motivierte Tat

red
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Vier Personen meldeten sich bei der Polizei in Erfurt und räumten den Angriff auf einen Ägypter in der Straßenbahn ein.

Vier Personen meldeten sich bei der Polizei in Erfurt und räumten den Angriff auf einen Ägypter in der Straßenbahn ein.

Foto: Andreas Buck

Erfurt.  Zwei Frauen und zwei Männer haben zugegeben, einen Mann am frühen Sonntagmorgen in Erfurt zuerst aus einer Straßenbahn geworfen und dann getreten zu haben.

Nach dem brutalen Angriff auf einen aus Ägypten stammenden Mann in der Nacht zum Sonntag, haben sich nun am Montagabend die Täter gestellt. Zwei Männer und zwei Frauen haben sich der Polizei gemeldet und die Tat eingeräumt, sagt eine Polizeisprecherin auf Anfrage.

Der Vorfall ereignete sich am Sonntagmorgen gegen 4 Uhr an der Straßenbahnhaltestelle Riethstraße. Der Auseinandersetzung liegt nach den bisherigen Erkenntnissen der Kriminalpolizei Erfurt und Staatsanwaltschaft Erfurt folgender Sachverhalt zugrunde:

Ein 33- jähriger ägyptischer Staatsangehöriger fuhr mit der Straßenbahn der Linie N3 vom Domplatz Richtung Europaplatz. Noch vor Erreichen der Haltestelle "Riethstraße" entwickelte sich in der Straßenbahn eine verbale Auseinandersetzung zwischen dem Ägypter und einem von drei Männern (deutsch, 19, 23 und 28 Jahre alt) und zwei Frauen (deutsch, 21 und 25 Jahre alt).

Demnach sollen einige Gruppen-Mitglieder in der Straßenbahn zunächst versucht haben, dem Mann beim Aussteigen ein Beine zu stellen. Ein deutscher Tatverdächtiger soll dann den Ägypter körperlich attackiert haben. Daraus ist dann eine körperliche Auseinandersetzung entstanden, an der mindestens zwei Personen aus der oben genannten Gruppe und der Ägypter beteiligt waren. Vor allem außerhalb der Straßenbahn soll es Tätlichkeiten zwischen allen Beteiligten gekommen sein.

Der 33- jährige Ägypter wurde dabei erheblich verletzt. Der Mann wurde kurze Zeit später in der Nähe der Haltestelle auf dem Boden liegend von Passanten entdeckt.

Am Dienstag wurde auch der 33-Jährige zum Tatgeschehen von der Polizei vernommen. Demnach liegt kein Hinweise auf ein fremdenfeindliches Motiv vor. Im Ergebnis der bisherigen Ermittlungen kann aber noch keine abschließende Aussage zum konkreten Tatablauf gemacht werden. Die Ermittlungen werden daher intensiv fortgesetzt. Die sichergestellte Videoüberwachung der Straßenbahn wird aktuell noch von der Polizei ausgewertet.

Die Kriminalpolizeiinspektion Erfurt sucht nun Zeugen, die nähere Angaben zum Tatgeschehen in und außerhalb der Straßenbahn machen können. Diese werden gebeten, sich telefonisch unter der Telefonnummer 0361-78400 zu melden.

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