Nach Pleite gegen Meuselwitz: Frust und Trotz beim FC Rot-Weiß Erfurt

Erfurt  Das Verharren im Tabellenkeller zehrt an den Nerven der Erfurter. Dennoch will Rot-Weiß-Torjäger Velimir Jovanovic nach dem schlechten Start die Saisonziele nicht korrigieren.

Ernüchtert: Velimir Jovanovic nach der 1:2-Pleite gegen Meuselwitz.

Ernüchtert: Velimir Jovanovic nach der 1:2-Pleite gegen Meuselwitz.

Foto: Sascha Fromm

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Als wäre die 1:2-Niederlage gegen den ZFC Meuselwitz nicht schon schmerzhaft genug, musste Velimir Jovanovic auf dem Weg in die Kabine noch Beschimpfungen ertragen. Emotional aufgeladen lieferte er sich ein Wortgefecht mit einem Fan, weil ihn dessen Reaktion nach der überraschenden Niederlage am Mittwochabend geärgert hatte: „Wir verlieren ja nicht mit Absicht. Uns sind Siege genauso wichtig wie den Fans. Deshalb ist der Frust irgendwie auch verständlich“, räumte der Stürmer des FC Rot-Weiß ein.

Die dritte Pleite beim fünften Liga-Auftritt und das Verharren im Tabellenkeller zehrt an den Nerven der Erfurter. Dabei hatte Jovanovic gegen Meuselwitz mit seinem dritten Saisontreffer die Weichen auf Sieg gestellt. „Allerdings haben wir irgendwann aufgehört, Fußball zu spielen. Wir waren nach vorn einfach nicht zwingend genug“, sagte er.

Trainer Brdaric spürte Bruch im Spiel

Trainer Thomas Brdaric spürte nach dem überraschenden 1:1 kurz vor der Halbzeit durch Alexander Dartsch einen Bruch im Spiel: „Es kam mir vor, als hätten die Jungs Angst, einen Fehler zu machen; als würde ein Geist über dem Rasen schweben, der ihnen Furcht einflößt.“

Der ständige Ballbesitz erwies sich als Muster ohne Wert. Die Quer- und Rückpässe machten es dem ZFC leicht, sein Bollwerk immer wieder zu formieren. Das fehlende Tempo und mangelhafte Präzision bei den Pässen in die Spitze beschworen nur selten Gefahr herauf. „Dabei war der Gegner platt“, fand Jovanovic. „Wir hatten Meuselwitz klar im Griff, laden sie hinten aber ein und verteilen Geschenke.“ Er spielte damit auf die beiden „komischen Gegentreffer“ an. Vor Dartschs Ausgleich ließ die Rot-Weiß-Deckung Fabian Raithel an der Torauslinie nach innen spazieren. Beim 1:2 durch Johann Weiß‘ Kopfball (74.) im Anschluss an eine Ecke war von der sonstigen Lufthoheit der Erfurter Hünen um Petar Lela und Pierre Becken nichts zu sehen.

„Rang fünf und besser“ ist das Ziel des Vereins

„Fehler passieren. Fußball ist ein Fehlersport. Doch wir müssen das Glück auch mal erzwingen, um den Bock umzustoßen“, sagte Jovanovic. Er will trotz des schwachen Saisonstarts und Tabellenplatz 13 nichts wissen von einer Korrektur der Ziele. Vor der Saison hatte sich der Verein „Rang fünf und besser“ auf die Fahnen geschrieben. Nach dem 3:5 in Cottbus kündigte Trainer Brdaric an, „das Feld von hinten aufrollen“ zu wollen.

Die Aufholjagd ist zwar erst einmal jäh gestoppt. Jovanovic meinte dennoch trotzig: „Unser Glaube ist nach wie vor da, nach oben zu kommen. Jetzt gilt es, das Spiel zu verarbeiten und den Mund abzuputzen. Und dann geht es weiter.“ Am kommenden Mittwoch steht in Rathenow (19 Uhr) das nächste Spiel an. Dort soll der zweite Saisonsieg und die Wende zum Positiven her. „Wir werden weiter hart dafür arbeiten und alles geben“, versprach Brdaric. Die letztjährige 1:2-Niederlage bei den aktuell noch sieglosen Optikern bewies allerdings, dass es auch dort kein Selbstläufer wird.

Jovanovic nahm sich und seine Teamkollegen schon einmal in die Pflicht: „Jeder ist gefordert, an seine Leistungsgrenze zu sehen und alles dafür zu tun, dass wir als Mannschaft Siege einfahren“, sagte er. Dann würden die Gespräche mit den Fans gewiss auch wieder angenehmer ausfallen als Mittwochabend.

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