Neue 380-kV-Trasse soll um Vieselbach herum führen

Erfurt  Die Unterlagen sind bei der Bundesnetzagentur hinterlegt. Bis zum 16. September können Bürger, Behörden und Verbände Stellungnahmen abgeben.

Das Umspannwerk in Vieselbach. Die neue Stromleitung soll die Station ab 2024 über die ICE-Trasse erreichen.

Das Umspannwerk in Vieselbach. Die neue Stromleitung soll die Station ab 2024 über die ICE-Trasse erreichen.

Foto: Marco Kneise

Die neue 380-kV-Leitung aus Richtung Bad Sulza zum Umspannwerk in Vieselbach soll auf dem Erfurter Stadtgebiet einen neuen Verlauf bekommen. Der Übertragungsnetzbetreiber 50 Hertz hat einen Trassenkorridor vorgeschlagen, der bei Niederzimmern von der bestehenden Trasse nach Westen abzweigt, bis er auf die ICE-Trasse trifft. Dann folgt er der ICE-Strecke bis zum Umspannwerk.

Die neue Trasse würde nicht wie bisher zwischen Vieselbach und Wallichen verlaufen, sondern mit einigem Abstand nördlich an Wallichen vorbei führen. Die nördlichen Siedlungsgebiete von Vieselbach und das Vieselbacher Gewerbegebiet würden dadurch ebenfalls entlastet, sagt die Projekt-Sprecherin von 50 Hertz, Danuta Kneipp.

Der Korridor ist das Ergebnis eines Verfahrens, bei dem seit Januar 2018 mehrere Verlaufsvarianten diskutiert wurden. Die Bundesnetzagentur hat am Mittwoch die Unterlagen ausgelegt. Bis 16. September können Bürger, Behörden und Verbände Stellungnahmen abgeben.

50 Hertz rechnet mit einem Abschluss des Verfahrens frühestens gegen Ende des Jahres. Dem würde sich ein Planfeststellungsverfahren anschließen, bei dem der „mastscharfe Trassenverlauf“ in dem etwa einen Kilometer breiten Korridor ermittelt wird. Die Bundesnetzagentur rechnet mit der Inbetriebnahme der neuen Trasse im Jahr 2024.

Unterirdische Kabellösung ist keine Option

Erst nach der Inbetriebnahme der neuen Stromleitung würden die alten Masten zurückgebaut, heißt es von 50 Herz. Soweit der Verlauf identisch ist, würden die neuen Masten parallel zur alten Trasse errichtet. Die neuen Masten sollen es auch großen Landmaschinen erlauben, unter den Stromseilen durchzufahren. Sie seien daher im Schnitt fünf bis zehn Meter höher als die alten.

Eine unterirdische Kabellösung sei „keine Option“, so die Sprecher von 50 Herz. Dies sei weder rechtlich noch von der technischen Umsetzung her möglich. Der Bau der neuen Stromtrasse werde aber „tendenziell nicht zu einer Verschlechterung“ führen.

  • Die Unterlagen sind bis zum 16. August in der Bundesnetzagentur (Zeppelinstraße 16, Montag, Dienstag und Mittwoch von 8 bis 16 Uhr, Donnerstag von 8 bis 17.30 Uhr, Freitag von 8 bis 13 Uhr) ausgelegt. Im Internet sind sie unter „ “ zu finden.

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