Opfer von Großbrand in Erfurt erleben Welle der Hilfsbereitschaft

Erfurt.  Nachdem eine Familie beim Feuer in Erfurt Freitag alles verloren hat, erlebt sie eine Welle der Hilfsbereitschaft. Gestartet hatten die Spendenaktion eine Kollegin und ein Erfurter BVB-Fanclub.

Feuerwehrleute versuchen auch am Abend noch ein Feuer in Erfurt zu löschen. Bei einem Brand der Rembrandtstraße in Erfurt ist ein 37-Jähriger schwer verletzt worden.

Feuerwehrleute versuchen auch am Abend noch ein Feuer in Erfurt zu löschen. Bei einem Brand der Rembrandtstraße in Erfurt ist ein 37-Jähriger schwer verletzt worden.

Foto: Sascha Fromm

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Eine Welle der Hilfsbereitschaft erlebt Juliane B. gerade: Die Mutter von vier Kindern (2, 11, 13 und 14) hat beim Brand am Freitag in der Rembrandtstraße all ihr Hab und Gut verloren. Ihr Lebensgefährte (37), der sich vor dem Feuer aufs Dach hatte retten können, schwebt in Lebensgefahr. Weil 35-Prozent seiner Haut verbrannt sind, wurde er in der Spezialklinik in Halle ins künstliche Koma versetzt, wie seine Freundin sagt.

Mann schwer verletzt und im künstlichen Koma

„Den Kindern und mir geht’s gut“, sagt die 33-Jährige am Telefon, die ihren Lebensgefährten am Samstag besucht hat. Sie ist mit ihrer Familie derzeit bei ihrer Mutter untergekommen. „Um meinen Freund mache ich mir Sorgen.“ Schließlich ließen sich die verbrannten Möbel und Gegenstände ersetzen.

Haus ist einsturzgefährdet - Schaden wohl bei 500.000 Euro

Um ihren Freund macht sie sich Sorgen und darum, wie es überhaupt weitergeht. Schließlich ist das Haus in der Rembrandtstraße unbewohnbar. Einsturzgefährdet. Unklar sei derzeit, ob eine Versicherung bei dem Schaden greift, der auf 500.000 Euro geschätzt wird. Ob es überhaupt eine Versicherung gibt, auch das weiß die vierfache Mutter aktuell nicht. Noch ist auch unklar, wie das Feuer überhaupt entstanden ist.

Was sie aktuell am dringendsten benötige, darüber habe sie gar keinen richtigen Überblick. Fest steht, dass sie, aktuell in einer Ausbildung, derzeit über kein eigenes Einkommen verfügt. Ihr Freund arbeitet im Logistiklager von Ikea, war von der Nachtschicht gekommen und hatte sich Schlafen gelegt, als das Feuer ihn überraschte. BAföG habe sie beantragen sollen, doch nun seien alle Papiere ein Opfer der Flammen geworden, sagt sie. Was wäre gewesen, hätte sie keine Leistungskontrolle gehabt am Freitag, anschließend das kleine Kind aus dem Kindergarten abgeholt: „Vielleicht wäre das Feuer früher aufgefallen?“, rätselt sie.

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Informiert über den Brand hatte sie die ältere Tochter: „Es brennt in unserer Gegend“, hatte die am Telefon gesagt. Erst als die 33-Jährige dann zuhause eintraf, wurde das ganze Ausmaß der Katastrophe deutlich und dass sie selbst davon betroffen ist.

BVB-Fanclub und Kollegin starten Spendenaktion

Anika Backhaus hatte am Sonnabend bei Facebook dazu aufgerufen, für die Familie zu spenden. Sie sei eine Kollegin der Mutter, schreibt sie. Ihr Post wurde seitdem fast 2000 Mal geteilt.

Weil ihr Freund ein Fan von Borussia Dortmund ist, hatte zudem der örtliche Fan-Club-Chef Thomas Schmid schnell reagiert und ebenso einen Aufruf bei Facebook gestartet für Sach- und Geldspenden. Seither steht das Telefon nicht still, treffen Pakete für die Familie ein. „Wir wollen zu Weihnachten ein wenig Normalität für die Familie. Mit eurer Hilfe schaffen wir das“, schreibt Schmid bei Facebook. „In den Farben getrennt, in der Sache vereint“, zitiert Schmid einen Fan-Club-Slogan, der inzwischen dazu geführt habe, dass auch Erfurter Bayern- und Werder-Bremen-Fans ihre Hilfe zugesagt haben.

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