Pläne für Bau einer Pagode in Ilversgehofen

Ilversgehofen  Vietnamesisch-Buddhistischer Verein Erfurt feiert traditionelles Ahnenfest. Verein mit rund 110 Mitgliedern hat bereits Grundstück im Erfurter Norden gekauft

Die Mönche Thich Dong Tri und Thich Trung Dat von der Vietnamesisch- Buddhistischen Union beteten vor dem Fest mit ausgewählten Persönlichkeiten.

Die Mönche Thich Dong Tri und Thich Trung Dat von der Vietnamesisch- Buddhistischen Union beteten vor dem Fest mit ausgewählten Persönlichkeiten.

Foto: Heidrun Lehmann

Orchideen und Lotus, die Nationalblume Vietnams, schmückten den Saal des „Se Hong“-Restaurants in Ilversgehofen. Mitglieder des Vietnamesisch-Buddhistischen Vereins Erfurt und der gleichnamigen Gemeinde fanden sich am Sonntag zum traditionellen Ullambana-Fest im Chua Phap Hoa-Kulturzentrum im Erfurter Norden ein. Mit diesem Fest danken die vietnamesischen Buddhisten alljährlich ihren Eltern und Vorfahren, auch wenn sie seit Jahren tausende Meilen von ihrer ursprünglichen Heimat entfernt leben.

Unter ihnen Xuan Bui Thi, die 1987 als sogenannte DDR-Vertragsarbeiterin nach Erfurt kam, um in den Bekleidungswerken der Stadt bei der Planerfüllung mitzuwirken. Die aus dem Dreiländereck Vietnam, Laos, Kambodscha in der Mitte des Landes stammende Frau gehörte zu den Organisatoren des 2563. Vu-Lan-Festes zum Gedenken der Ahnen und der umherirrenden Geister. Wie Xuan Bui Thi wissen ließ, lernte sie in Erfurt ihren Ehemann Vu Hong Dan kennen, der heute im Ausländerbeirat mitarbeitet. 1990 heiraten beide, zwei Kinder wurden in Erfurt geboren. Seit 15 Jahren organisiert Xuan Bui Thi Koch-, Mal- und Tanzkurse im Zentrum für Integration und Migration (ZIM) in der Rosa-Luxemburg-Straße.

Sie darf getrost als Beispiel für gelungene Integration gelten, wie es Hans-Georg Roth als Ehrengast auf die vietnamesischen Bürger in Thüringen bezog. Der Mitarbeiter des Thüringer Europabüros überbrachte Grüße der Europaabgeordneten Marion Walsmann (CDU). Er würdigte den Buddhismus mit seinem ureigensten Anliegen zum friedlichen Handeln in aller Welt.

Die Anwesenheit der Mönche Thich Dong Tri und Thich Trung Dat von der Vietnamesisch-Buddhistischen Union verlieh dem Ullambana- Fest eine besondere Würde. Nach einem Gebet für ausgewählte Persönlichkeiten, darunter dem Vorsitzenden des Vietnamesisch-Buddhistischen Vereins Erfurt, Le Duy Linh, durchschritten die Mönche ein Ehrenspalier, um auf der Bühne Platz zu nehmen.

Der rund 110 Mitglieder zählende Verein darf sich auf viele Freunde und Sympathisanten stützen und trifft derzeit Vorbereitungen zum Bau einer Pagode, die nicht für nur Buddhisten gedacht ist, sondern für alle Menschen, die der Lebensphilosophie des Buddhismus gewogen sind. So der Anspruch von Verein und buddhistischer Gemeinde, wie Le Duy Linh und Thi Luong Nguyen erläuterten. Letztere unterstützt das Vorhaben als Vorsitzende des Vietnamesisch-Buddhistischen Kulturzentrums Sachsen. Ein Grundstück in Ilversgehofen sei bereits gekauft, ein Architekt gefunden worden, bestätigte sie. Und hofft, dass sich außer vietnamesischen Bürgern auch hiesige in das Unterfangen einbringen.

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