Polizei nach Einsatz in Prager Straße in Erfurt: „Stimmungsmache durch Fake-News“

Erfurt  Nach einem Einsatz wegen eines eskalierten Familienstreits in Erfurt haben Unbekannte versucht, mit einem Facebook-Post Stimmung gegen Ausländer zu machen. Die Polizei spricht von „Fake-News“ und ermittelt stattdessen gegen den Mann, der auf dem Facebook-Foto zu sehen ist.

Foto: Andrea Warnecke

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Am Freitag beschäftigte die Erfurter Polizei ein Beitrag eines Facebook-Nutzers im Internet. In diesem postete der Nutzer das Foto einer verletzten Person und versah die Abbildung mit einem Kommentar, der laut Polizei als Fake-News bezeichnet werden kann. Der Kommentar, der im falschen Kontext zur Abbildung stand, war von dem Nutzer dafür bestimmt, die öffentliche Meinung gegenüber Ausländern negativ zu beeinflussen, heißt es in einer Mitteilung der Polizei. Auf dem Bild sollte ein Mann zu sehen gewesen sein, dem beide Hände angeblich entfernt wurden. Angeblich sollte es auch von einen Großeinsatz der Polizei gegeben haben, bei dem Spürhunde eingesetzt sein sollten.

Eigentlicher Anlass war Streit zwischen Sohn und Mutter

Das manipulierte Foto entstand am Dienstag, dem 30. Juli, kurz vor Mitternacht im Flur eines Mehrfamilienhauses in der Prager Straße in Erfurt-Rieth. Auslöser war eine körperliche Auseinandersetzung zwischen Mutter und ihrem erwachsenen Sohn. Dabei ging das Glasteil einer Zimmertür zu Bruch. An den Glasscherben verletzte sich der 35-jährige Sohn. Er verließ daraufhin stark blutend die Wohnung und begab sich in den Hausflur, wo ihn eine unbeteiligte Person versorgte. In diesem Zusammenhang entstand das Bild.

Der auf dem Foto abgebildete Mann wurde entgegen des falschen Kommentars nicht Opfer eines Angriffs. Vielmehr ermittelt die Polizei gegen ihn selbst wegen mehrerer Delikte, die er gegen seine Mutter verübt haben soll. Laut Polizei wurde, „um die Botschaft zu unterstützen, das Bild manipuliert, indem man dem am Boden liegenden Opfer die Hände weg retuschierte.“

Den Beitrag hat der Nutzer zwischenzeitlich gelöscht.

Inzwischen hat die Polizei den mutmaßlichen Fotograf identifiziert. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen ihn.

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