Puffbohnenposter in Erfurt kontra Corona

Erfurt.  Die Erfurter Stadtverwaltung will mit neuer Kampagne Einwohner sensibilisieren

Pressekonferenz im Erfurter Rathaus zur aktuellen Corona-Lage, Vorstellung einer Aufklärungs- und Werbekampagne mit Amtsärztin Winnie Melzer

Pressekonferenz im Erfurter Rathaus zur aktuellen Corona-Lage, Vorstellung einer Aufklärungs- und Werbekampagne mit Amtsärztin Winnie Melzer

Foto: Marco Schmidt

„Puffbohnen sind mit Abstand die Besten“. Netter Slogan. Er wird, ob seiner Doppeldeutigkeit, in der neuen Anti-Corona-Kampagne der Stadt Erfurt zum Hingucker. Das Plakat zeigt unter dem Spruch die Erfurter Puffbohnen-Figur, versehen mit der Unterzeile „Erfurt hält zusammen“ und dem AHA-Kürzel, das für Abstand-Händewaschen-Alltagsmaske steht. In Erfurt kommt noch ein L für Lüften und ein A für App (gemeint ist die Corona-Warn-App) hinzu. Alle Entwicklungen im kostenlosen Corona-Live-Blog

Der Grund: Der 7-Tage-Inzidenzwert lag, Stand Freitag 8 Uhr bei 114,96 und damit immer noch zu hoch. 1204 Personen wurden positiv auf das Coronavirus getestet. Das ist ein Anstieg von 62 innerhalb von 24 Stunden. 20 Erfurterinnen und Erfurter mit Corona-Infektion befinden sich in stationärer Behandlung. Die Zahl der als genesen Geltenden ist um 47 auf 685 gestiegen. 16 Personen sind verstorben. Damit gibt es in Erfurt aktuell 503 nachgewiesene Infektionen mit dem Virus.

Die Kampagne soll helfen, die Bevölkerung weiter zu sensibilisieren, so Amtsärztin Winnie Melzer. Der Spruch mit der Puffbohne ist ab heute im gesamten Stadtgebiet zu sehen. Auf rund 180 Litfaßsäulen, zehn sogenannten Roadscreens, also den Anzeigetafeln an Einfallstraßen, an Bushaltestellen, öffentlichen Plätzen, auf Flyern, Postkarten und Plakaten.

1200 Poster in verschiedenen Größen wurden gedruckt. „Um damit verschiedene Lebenswelten zu erreichen“, so Melzer. Neben dieser Aktion hat die Stadt die Infos auf dem Stadtportal im Netz unter www.erfurt.de/corona um einem Coronavirus-Informationsportal erweitert.

Die Kampagne greife aber nur, wenn alle mitziehen würden, so die Amtsärztin. Gerade jetzt, in der kalten Jahreszeit, sei es besonders wichtig, die Regeln einzuhalten, um eine bessere Kontrolle über das Infektionsgeschehen zu bekommen. Der Stadtordnungsdienst habe beobachtet, dass die Bürger beim Umsetzen der AHA-Regeln „ein Stück müde“ geworden seien.

Deshalb wolle man sie mit den Postern „mit einem Augenzwinkern“ an die eigene Verantwortung erinnern. Positiv sei aber festzustellen, dass die Erfurterinnen und Erfurter zum größten Teil mit den Schutzmaßnahmen mitgingen. 70 Mitarbeiter des Stadtordnungsdienstes würden deren Einhaltung kontrollieren.

Treffe man auf Leute, die die Regeln ignorieren, versuche man es erst mit Hinweisen, erst später dann mit Sanktionen. Im September seien 60 Ordnungswidrigkeitsverfahren eingeleitet worden.