Radbrücke am Bahnhof fällt über ein Jahr lang aus

Erfurt.  Der Startschuss für das Promenadendeck ist auf das Frühjahr verschoben. Dann wird zuerst die alte Brücke abgerissen.

Wenn das Promenadendeck ab kommendem Frühjahr gebaut wird, muss die vorhandene Radbrücke weichen. Mindestens ein Jahr lang wird es keinen vernünftigen Übergang geben.

Wenn das Promenadendeck ab kommendem Frühjahr gebaut wird, muss die vorhandene Radbrücke weichen. Mindestens ein Jahr lang wird es keinen vernünftigen Übergang geben.

Foto: Marco Schmidt

Beim Bau des Promenadendecks über Stauffenbergallee und Flutgraben müssen Radfahrer und Fußgänger mindestens ein Jahr ohne den gewohnten Übergang vom Bahnhof auskommen. Wie Erfurts Tiefbauamtsleiter Alexander Reintjes bestätigt, stehe der Abriss der vorhandenen Brücke mit am Anfang des Großprojektes.

Allerdings sei der Starttermin kurzfristig noch einmal verschoben worden. Zuletzt für den September angekündigt, habe sich die Stadt mit den beauftragten Firmen nun auf das Frühjahr 2021 geeinigt.

„Mit der Fertigstellung rechnen wir im Sommer 2022“, sagt Reintjes. „Und zwar unabhängig davon, ob wir im Herbst oder im kommenden Frühjahr beginnen.“ Das Bauvorhaben solle ab Frühjahr „mit neuer Technologie und mit einem neuen Bauablauf“ erfolgen.

Grund für die Verschiebung ist vor allem, dass es schon eine Verzögerung gab. Eigentlich sollte der Bau schon begonnen sein. Weil aber wegen deutlich gestiegener Kosten für das Promenadendeck dessen Finanzierung durch einen Stadtrats-Beschluss neu abgesichert werden musste, konnte die Vergabe der Bauaufträge erst letzte Woche erfolgen.

Baubeginn im September hätte Versorgungsrisiko bedeutet

Ein Baubeginn im September wäre laut Reintjes mit einem Versorgungsrisiko einhergegangen. Denn zunächst müssten für die Baugrube an der Kurt-Schumacher-Straße Leitungen verlegt werden. Dazu gehört auch eine Fernwärmeleitung. Niemand konnte garantieren, dass bei einem Beginn im September die Verlegung der Wärmeleitung bis zum Start der kalten Jahreszeit abgeschlossen sein würde.

Das breite Promenadendeck aus Stahl soll die alte Brücke ersetzen und zugleich den Eingang zur geplanten ICE-City Ost am alten Güterbahnhof markieren. Die moderne Brücke auf zwei Ebenen entsteht an der Stelle des vorhandenen Bauwerks, das als marode gilt. Am Abriss der alten Brücke gleich zu Beginn der Baumaßnahme, also im Frühjahr, führt deshalb kein Weg vorbei.

Amtsleiter Reintjes ist sich bewusst, dass es für die Bauzeit „keinen vernünftigen Übergang“ für Radler und Fußgänger über Flutgraben und Stauffenbergallee geben wird. Allerdings soll eine Behelfslösung geschaffen werden, wie diese Verkehrsteilnehmer den Schmidtstedter Knoten überqueren können – auf Höhe der Straße und vermutlich mit Ampeln.

Der Bau des Promenadendecks fällt mit dem Buga-Auftakt zusammen

Für die Südseite der Schmidtstedter Eisenbahnbrücke wurde zuletzt eine neue Verkehrslösung vor allem für die Radfahrer beschlossen, die bei Gelegenheit eingerichtet werden soll. Es müsse aber auch auf der Nordseite, also im Umfeld der Brücke, eine Lösung gefunden werden, so Reintjes.

Der Bau des Promenadendecks ab Frühjahr fällt mit der Bundesgartenschau zusammen. Welche Sperrungen für den Autoverkehr im Bereich des Schmidtstedter Knotens nötig sein werden, werde noch geprüft und rechtzeitig bekannt gegeben.

Einen Vorteil könnte die Verschiebung aber haben: Da im Buga-Jahr allgemein weniger Baustellen geplant sind, fällt diese Großbaustelle vermutlich weniger mit anderen Sperrungen zusammen.