Radentscheid Erfurt: Verkehrskonzept nicht zeitgemäß

Erfurt.  Der Verein Radentscheid startet am Mittwoch eine Unterschriftensammlung für ein Bürgerbegehren für schnellen und umfassenden Ausbau des Radwegenetzes in Erfurt.

Bereits vor einem Jahr gab es ein Plenum zum Erfurter Radentscheid. Nun startet die Unterschriftensammlung

Bereits vor einem Jahr gab es ein Plenum zum Erfurter Radentscheid. Nun startet die Unterschriftensammlung

Foto: Frank Karmeyer

Nach der einjährigen Vorbereitung wird es Mittwochnachmittag für die Mitglieder des Vereins Radentscheid Erfurt ernst. Christian Maron und weitere Vertrauenspersonen des Erfurter Vereins werden um 16.30 Uhr am Domplatz ihre Unterschriften für das Bürgerbegehren leisten. Damit die Initiative erfolgreich ist, werden 7000 gültige Unterschriften bis zum 11. Dezember 2020 benötigt.

Neue Strategie für Radinfrastruktur

Trotz Sommerzeit schätzt Maron die Erfolgschancen des Begehrens als hoch ein. Im Anschluss an die symbolischen Unterschriften der Vereinsmitglieder wird zu einer Informationsveranstaltung mit Musik eingeladen. Ziel des Bürgerbegehrens ist es, eine sichere Radinfrastruktur in Erfurt zu etablieren.

Das bestehende „Teilkonzept Radverkehr“ des Verkehrsentwicklungsplanes aus dem Jahr 2014 reiche, so die Einschätzung der Initiatoren, aufgrund des Aufkommens von Elektroscootern und zunehmender Beliebtheit von klimafreundlichen Verkehrsmitteln nicht mehr aus, um zeitgemäß auf Radfahrer zu reagieren.

Sicherheit für Fahrradfahrer

Durch das Bürgerbegehren wird gefordert, ein durchgängiges Radverkehrsnetz zu entwickeln. Hauptrouten wie der Gera-Radweg sollen so angepasst werden, sodass ein durchgängiges Radverkehrsnetz entsteht, das für andere Verkehrsteilnehmer ersichtlich ist. Auch der Belag und die Breite der Radwege sollen an die Belange der Fahrradfahrer angeglichen werden. Eine weitere Forderung an die Stadt Erfurt ist, für Sicherheit zu sorgen. An Hauptverkehrsstraßen sollen in beide Richtungen Radwege entstehen – pro Jahr, so der Verein Radentscheid Erfurt, solle die Stadt für fünf Kilometer dieser Wege sorgen. Auch Kreuzungen und Einmündungen sollen so umgebaut werden, dass Radfahrer gut erkennbar sind. Insgesamt sollen Geh- und Radwege barrierefrei und ohne Hindernisse sein. Der Bürgerentscheid beinhaltet weiter die Forderung nach genügend Abstellmöglichkeiten. Maron erklärt, man könne erst von genügend Abstellmöglichkeiten sprechen, wenn pro Einwohner ein Bügel zur Befestigung eines Fahrrades vorhanden wäre.

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