Rechtsstreit mit Ex-RWE-Investoren

Erfurt.  Die ehemaligen Investoren des FC Rot-Weiß Erfurt hatten ein Verfahren gegen den Verwalter Volker Reinhardt beim Amtsgericht angezeigt. So äußert sich Reinhardt zu den Vorgängen.

In Bedrängnis: Insolvenzverwalter Volker Reinhardt.

In Bedrängnis: Insolvenzverwalter Volker Reinhardt.

Foto: Sascha Fromm

Der juristische Streit zwischen Volker Reinhardt, der seit rund zweieinhalb Jahren die Insolvenz des FC Rot-Weiß verwaltet, und ehemaligen Investoren des Vereins geht in die nächste Runde. Wie ein Sprecher des Erfurter Amtsgerichts am Mittwoch bestätigte, hat die A.S.G.V. Grundbesitz Verwaltung GmbH die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens ge­gen Reinhardt in seiner Funktion als Insolvenzverwalter des Fußballclubs gestellt. Ein Vorgang, über den zuerst die Bild-Zeitung berichtet hatte.

Während der zuständige Richter den Antrag nun prüfen wird, erklärt Reinhardt in einer schriftlichen Stellungnahme: „Der Antrag entbehrt jeder Grundlage. Die offensichtlich dahinterstehende Vermutung der A.S.G.V., dass es mir nicht möglich sei, die Sicherheit für die von mir eingereichten Klage zu erbringen, ist falsch. Die Bankbürgschaft ist bereits zugestellt worden.“

Bereits Anfang Oktober war der einstige Hauptinvestor aus Leipzig mit einem Vollstreckungstitel gegen den Erfurter Rechtsanwalt vorgegangen. Daraufhin musste Reinhardt eine Sicherheitsleistung in Millionenhöhe erbringen, um einer Pfändung zu entgehen. Laut seiner Mitteilung hätte das zuständige Gericht im Rahmen einer Vollstreckungsgegenklage die Einstellung der Vollstreckung beschlossen.

Geldgeber beklagen Verlust von angeblich 1,8 Millionen Euro

Hintergrund der Auseinandersetzung ist das verloren gegangene Investment von angeblich 1,8 Millionen Euro, mit dem sich die A.S.G.V. und zwei weitere Firmen im Oktober 2019 Anteile an der geplanten Spielbetriebs-GmbH des FC Rot-Weiß gesichert hatten. Zur Ausgliederung der Profiabteilung ist es allerdings nie gekommen. Im Gegenteil: Reinhardt löste mit dem Geld einen Kredit ab und zog im Januar 2020 die erste Mannschaft vom Regionalliga-Spielbetrieb zurück.

Als Sicherheit hatte der Verwalter gegenüber dem Hauptinvestor eine persönliche Bürgschaft abgegeben, auf die sich dessen Klagen beziehen. Reinhardt hält dagegen: „Die Bürgschaft ist zwar formell in der Welt. Sie ist aber nicht wirksam, da die Hauptverträge nicht zustande gekommen sind.“ Vielmehr sieht er in dem Handeln der Ex-Investoren eine Verleumdungskampagne, die darauf angelegt sei, „mich als Insolvenzverwalter von Rot-Weiß Erfurt in Misskredit zu bringen und persönlich zu beschädigen.“

Sollte das Gericht aber ein Insolvenzverfahren gegen ihn eröffnen, dürfte er seine gerichtlich erhaltenen Aufträge und damit auch die Verwaltung von Rot-Weiß los sein.

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