Rieth-Hochhaus der WBG Erfurt soll 2020 an den Markt gehen

Rieth  Das leer stehende Gebäude soll für zehn Millionen Euro saniert werden. Mietvertrag mit Sozialträger steht noch aus

Drei 16-Geschosser stehen an der Mainzer Straße im Rieth. Die beiden Häuser rechts sind inzwischen saniert und bezogen. Die WBG Erfurt, der das linke Gebäude gehört, will nun nachziehen.

Drei 16-Geschosser stehen an der Mainzer Straße im Rieth. Die beiden Häuser rechts sind inzwischen saniert und bezogen. Die WBG Erfurt, der das linke Gebäude gehört, will nun nachziehen.

Foto: Holger Wetzel

Die Wohnungsbaugenossenschaft (WBG) Erfurt hegt kaum noch Zweifel an der Sanierung des Punkthochhauses Mainzer Straße 22 im Stadtteil Rieth. Der Umbau zu einer Sozialimmobilie könne im Sommer mit der Entkernung beginnen, sagt der Technik-Vorstand Matthias Kittel. „Unser Ziel ist es, die Wohnungen bis Ende 2020 an den Markt zu bringen“, kündigt Kittel an.

Noch steht allerdings der Vertrag mit dem Ankermieter aus, der sich laut Kittel in der Feinabstimmung befindet. Bei dem potenziellen Mieter handelt es sich um einen sozialen Träger, der zwei Drittel der 132 Wohnungen für betreutes Wohnen und ähnliche Angebote nutzen will. Die restlichen Wohnungen sollen ebenfalls barrierearm und altersgerecht saniert, dann aber von der WBG selbst vermietet werden.

Von dem Mietvertrag hängt entscheidend die Finanzierung des Projektes ab, das die WBG inzwischen bis zur Genehmigungsplanung vorangebracht hat. Die Kostenberechnung ergab laut Matthias Kittel ein Investitionsvolumen von zehn Millionen Euro.

Die hohe Summe erkläre auch, warum das Projekt dem ursprünglichen Zeitplan um etwa ein Jahr hinterher hinkt. Ein Projekt dieser Größenordnung dürfe nicht übereilt beginnen werden. „Wir haben uns bewusst Zeit genommen, um in der Vorplanung wirklich alle Fragen zu klären“, sagt Kittel.

Die WBG betrieb das Haus bis 2012, zog es dann aber leer. Weniger als die Hälfte der Wohnungen waren damals noch vermietet. Die beiden benachbarten Punkthochhäuser an der Mainzer Straße standen völlig leer und verfielen zusehends.

Seitdem haben sich die Umstände aber verändert. Der Wohnungsmarkt in Erfurt ist stark angezogen. Zudem wurden die beiden anderen Punkthochhäuser von einem Privatinvestor saniert. Das Umfeld wurde deutlich aufgewertet.

Der Privatinvestor setzt in seinen beiden Häusern auf Standard-Wohnungen. Sie stellen daher keine Konkurrenz zu den Plänen der WBG Erfurt dar, die vorwiegend ältere Menschen als Mieter im Blick hat.

Von der Infrastruktur her ist der Standort hervorragend erschlossen. Die Straßenbahn hält fast vor der Tür, auf der anderen Seite der Mainzer Straße befindet sich die Vilnius-Passage mit Einkaufsmöglichkeiten. Nur einen kurzen Fußweg entfernt liegt die Nördliche Geraaue, die bis zur Bundesgartenschau 2021 zum grünen Band mit zahlreichen Freizeitangeboten umgestaltet werden soll.

Nahe der Nördlichen Geraaue befindet sich auch ein weiteres großes Investitionsvorhaben der WBG Erfurt. Wie Matthias Kittel bestätigt, steht die Sanierung eines Wohnscheiben-Karrees an der Bukarester Straße bevor, das an den Grünzug der Geraaue angrenzt.

Die Planung sei für dieses Jahr geplant, die Baumaßnahmen sollen 2019 beginnen, kündigt Kittel an.