Rot-Weiß Erfurt untermauert gegen Büßleben seinen Favoritenstatus

Büßleben  Zwischen Pombären und platten Bällen: Der FC Rot-Weiß Erfurt wird beim 6:0 gegen Landesklasse-Spitzenreiter Blau-Weiß Büßleben seiner Favoritenrolle gerecht.

Büßlebens Angreifer Marc Frenzel (l.) gewann viele Kopfballduelle, doch sein Team blieb gegen den FC Rot-Weiß ohne Torschuss.

Büßlebens Angreifer Marc Frenzel (l.) gewann viele Kopfballduelle, doch sein Team blieb gegen den FC Rot-Weiß ohne Torschuss.

Foto: Frank Steinhorst

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Eine interessierte der ganze Pokaltrubel im beschaulichen Büßleben nicht. Während die anderen 1293 Zuschauer - so viele wie nie in der Vereinsgeschichte des SV Blau-Weiß Büßleben - verfolgten, wie der FC Rot-Weiß Erfurt Mitte der zweiten Halbzeit seinen Favoritenstatus spielerisch und konditionell untermauerte, hatte Rosa nur Augen für einen.

„Papa, Papa, Papa!“, feuerte die Anderthalbjährige in zum Namen passendem rosafarbenem Büßleben-Trikot und mit zwei Rasseln bewaffnet Mario Wisocki an. Büßlebens Trainer warf einen fürsorglich-schmunzelnden Blick zurück auf seine Tochter und drehte sich dann wieder zum Geschehen um, während sich Rosa hinsetzte und den Pombären in ihrer Brotbüchse widmete.

„Wir hätten gern mehr von dem Spiel gezeigt, das uns auszeichnet - Pressing, schnelle Konter und Ballstafetten“, sagte Wisocki nach dem 0:6 seines Landesklasse-Spitzenreiters gegen den drei Ligen höher spielende Kontrahenten. Doch ohne fünf Stammkräfte, die urlaubsbedingt oder gesperrt fehlten, sei das schwer möglich gewesen. Auch die mal weich, mal hart aufgepumpten Bälle, die sein Gegenüber Thomas Brdaric nach dem Spiel monierte, hätten nicht geholfen. „Ich weiß nicht, ob das Absicht war. Aber wir mussten ja auch damit spielen“, so Wisocki.

Führung für Rot-Weiß Erfurt war nach 15 Minuten längst überfällig

Das Spiel bestimmte auf dem Büßlebener Platz, der laut Brdaric „besser aussieht, als er ist“, wie erwartet sein Regionalligist. Von Beginn an bissig, konsequent und kombinationsfreudig, mangelte es den Rot-Weißen lediglich im Abschluss an der Konsequenz. In der Anfangsphase mit Chancen im Zwei-Minuten-Takt, als Gladrow erst geblockt wurde (9.) und dann knapp verfehlte (11.), Becken zwei Eingaben verpasste und Veselinovic drüberschoss (13.) und abermals Veselinovic eine Schuhgröße fehlte (15.), war die Führung für RWE längst überfällig. Brdaric applaudierte seinem Team und „knuddelte“ Rüdiger, der über links wie auch Surek immer wieder starke Flankenläufe startete. Beim 1:0 der Gäste half Büßlebens Keeper Apitius, dem Dittrichs harter Aufsetzer aus gut 20 Metern über den Handschuh rutschte (30.). „Den muss ich halten“, sagte der 34-Jährige.

Anschließend avancierte der gebürtige Jenaer jedoch zum besten Mann auf dem Platz. Apitius, der durch Zufall 2018 bei Büßleben landete, weil er im benachbarten Azmannsdorf ein Haus baute, kratzte die Versuche von Schmitt (38., 41.) und Brasnic (49.) stark aus dem Eck, klärte mit super Fußparade gegen Gladrow (70.) und glänzte mit weiteren tollen Reaktionen. Doch der Spielfreude der Rot-Weißen, die noch durch Brasnic (58.), Aydemir (69., 79.), wieder Dittrich (86.) und Vogt (88.) trafen und zum ersten Mal seit 2016 ins Viertelfinale einzogen, tat das keinen Abbruch.

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