Sanierung der Freibäder wird für Erfurt teurer als erwartet

Erfurt  Höhere Kosten und geringere Einnahmen durch Fördermittel. Verwaltung bekennt sich zu Umsetzung und kündigt Finanzierungsvorschlag an

Die Sanierung des Dreienbrunnenbades kostet die Stadt deutlich mehr als geplant. Dennoch wird die Maßnahme nicht in Frage gestellt.

Die Sanierung des Dreienbrunnenbades kostet die Stadt deutlich mehr als geplant. Dennoch wird die Maßnahme nicht in Frage gestellt.

Foto: Marco Schmidt

Die Sanierung des Dreienbrunnenbades und des Freibades in Möbisburg wird teurer als gedacht. Das hat Erfurts Finanzdezernent Steffen Linnert (SPD) bestätigt. Zugleich würden die Einnahmen aus Fördergeldern unter den Erwartungen liegen, sagte er.

Die Stadtverwaltung halte aber an dem Vorhaben fest, beide Bäder zu sanieren, sagt Linnert. Voraussichtlich im August werde die Verwaltung eine Vorlage in den Stadtrat einbringen, die vorschlägt, wie der Fehlbetrag finanziert werden soll.

„Wir haben den festen Willen, beide Bäder zu sanieren“, betont Linnert. „Der Fördersatz ist immer noch hoch, und es sind wichtige Einrichtungen gerade in einer Großstadt.“

Der Bund hatte Mitte April überraschend die Förderanträge für beide Sanierungsmaßnahmen genehmigt. Allerdings beträgt die Förderquote laut Linnert nun 66 Prozent und nicht, wie erhofft und im Haushalt eingeplant, 90 Prozent.

Zugleich habe die Bäder GmbH die Planung vorangetrieben und dabei festgestellt, dass der ursprüngliche Kostenansatz nicht mehr realistisch ist. Die Sanierung des „Dreiers“ sollte 3,8 Millionen Euro, die Arbeiten in Möbisburg 3,1 Millionen Euro kosten. Derzeit gehe die Stadtwerke-Tochter davon aus, dass für beide Bäder zusammen Mehrkosten von rund 1,75 Millionen Euro entstehen.

Die Bäder GmbH hatte den Sanierungsbeginn für beide Bäder für das kommende Frühjahr angekündigt. Die Wiedereröffnung könnte diesen Plänen zufolge in Möbisburg im Frühjahr 2021, im Dreienbrunnenbad im Sommer 2021 erfolgen.

Die Freibäder sollen neue Schwimmbecken und neue Technik erhalten. Im Dreier werden zudem die denkmalgeschützten Gebäude saniert sowie ein Imbiss mit Außenterrasse gebaut, der auch für Nicht-Gäste des Bades zugänglich sein soll. Das neue Becken in Möbisburg wird statt bisher 50 Meter künftig 25 Meter lang.

Finanzdezernent Linnert weist darauf hin, dass auch die Betreibung der Bäder nach der Sanierung deutlich teurer wird.

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