Schulbau in Erfurt bei Sparmaßnahmen außen vor

Erfurt.  Die Corona-Krise und das Kreditverbot des Landes haben Erfurts Finanzsorgen noch vergrößert. Es muss gespart werden – aber nicht bei den Schulen.

Die Grundschule 34 am Wiesenhügel soll ab dem Sommer saniert werden.

Die Grundschule 34 am Wiesenhügel soll ab dem Sommer saniert werden.

Foto: Susann Fromm

Die Schulen sollen nicht unter der Erfurter Finanzkrise leiden. „Es besteht Konsens, dem Thema Schulen die oberste Priorität einzuräumen, egal, wie die Haushaltslage ist“, betont Schulbau-Dezernent Alexander Hilge (SPD). Trotz der Corona-Verluste, die Bund und Land bisher nur zum Teil ausgleichen, und der vom Land verbotenen Kreditaufnahmen in den nächsten Jahren würden die Sanierungs- und Neubaumaßnahmen aus dem Schulnetzplan umgesetzt.

„In diesem Jahr haben wir fünf Schulen in der Vollsanierung“, sagt Hilge. „Das ist eine Hausnummer bei nur zwei Ausweichstandorten.“

Konkret sei die Sanierung der Grundschule 20 in Gispersleben mit leichter Verzögerung nun angelaufen. Die Schüler bezogen das neu fertiggestellte Ausweichquartier an der Magdeburger Allee.

Die Johannesschule an der Rosa-Luxemburg-Straße, wegen der Transportweise zum Ausweichquartier in der Hermann-Brill-Straße auch „Straßenbahnschule“ genannt, wird im Sommer fertig. Das Ausweichquartier wird ab dem neuen Schuljahr von der Grundschule 34 am Wiesenhügel genutzt, die voll saniert wird.

Der Schulstandort der Grundschule 28 und Regelschule 23 am Moskauer Platz wird im laufenden Betrieb saniert. Als Ausweich dient das jeweils andere Gebäude. Weiter geht zudem die bis Ende 2021 geplante Sanierung der Gemeinschaftsschule 3 am Nettelbeckufer – das zweite Schulgebäude auf der anderen Straßenseite kann die Schüler aufnehmen.

Zwei neue Ausweichstandorte bis 2023, darunter eine Containerschule

Zwei neue Ausweichstandorte sind bis 2023 geplant. Die Vorbereitung der früheren Schule an der Albert-Einstein-Straße am Wiesenhügel habe begonnen, sagt Hilge. Für eine Containerschule an der August-Schleicher-Straße sei ein Bebauungsplanverfahren in Gang gesetzt.

Eine Verzögerung um ein dreiviertel Jahr räumt Hilge allerdings bei den Fertigteil-Erweiterungsbauten ein. Das liege aber nicht am Geld, sondern an der komplizierten Ausschreibung der Erweiterungsbauten in Hochheim und Kerspleben. Das erste Vergabeverfahren musste abgebrochen werden.

Die zweite Ausschreibung sei aber seit dieser Woche veröffentlicht. Mit einem Ergebnis werde im Sommer gerechnet. „Wir haben immer noch die Hoffnung, die Fertigstellung bis zum Sommer 2021 zu schaffen“, sagt Hilge. „Falls nicht, werden wir an den Standorten Übergangslösungen anbieten – die neuen Klassenräume sind bitter nötig.“

Nach der Ausschreibung werde entschieden, ob die Stadt an der modularen Bauweise festhalte. Erweiterungen als Fertigbau sieht der Schulnetzplan noch an der IGS, an der Halleschen Straße, an der Puschkinstraße und an der Goethestraße vor. „Die modulare Bauweise sollte Zeit sparen“, meint Hilge. Wegen der komplizierten Ausschreibungskriterien müsse man sich nun aber überlegen, ob sie weiterhin Sinn ergibt.

Virtuelles Richtfest an der Grundschule am Schwemmbach

Immerhin ein Erweiterungsbau ist in Arbeit. An der Grundschule 18 am Schwemmbach wurde gerade virtuelles Richtfest gefeiert. Die neuen Räume erlauben es künftig der Schule, ohne Zweitstandort auszukommen.

Nicht gerüttelt werde auch am Ersatzneubau der Vieselbacher Grundschule. In den nächsten Tagen gehe die Ausschreibung für die anzumietenden Schulcontainer auf dem Mühlplatz heraus, bestätigt Hilge. Der Umzug in dieses Ausweichquartier erfolge vermutlich in den Herbstferien. Ziel sei es zudem, noch in diesem Jahr mit dem Abriss der alten Schule und 2021 mit dem Neubau zu beginnen. „Diese Schule ist mir ein Herzensprojekt“, versichert Hilge.

Auch ein echter Neubau soll noch 2020 in die Wege geleitet werden. Für den neuen Schulstandort an der Halleschen Straße, wo jeweils dreizügig eine Grundschule und ein Gymnasium entstehen sollen, sei der Bebauungsplan unterwegs. „Ende des Jahres wollen wir den Architekturwettbewerb starten“, sagt Hilge. Die im Schulnetzplan vorgesehene Fertigstellung 2024 sei „knapp schaffbar“.

Vorbereitungen für die Dreifelderhalle am Stadion

Hinzu kämen zahlreiche kleinere Sanierungsmaßnahmen und der Neubau und die Sanierung von Turnhallen. Für die Dreifelderhalle am Stadion hätten gerade die Vorbereitungen begonnen.

„Die nächste Haushaltsplanung wird verdammt schwierig“, meint Hilge. Die Schulen seien bei den Sparmaßnahmen aber außen vor.