Sonnige Aussichten für das Erfurter Dreienbrunnenbad

Erfurt.  Mit der Saisoneröffnung am Samstag sind nun alle Erfurter Bäder geöffnet. Für das „Dreier“ ist das aber nicht die einzige gute Nachricht

Theresa Heinz absolvierte am Samstag im Dreienbrunnenbad ihre erste große Schicht als Badeaufsicht.

Theresa Heinz absolvierte am Samstag im Dreienbrunnenbad ihre erste große Schicht als Badeaufsicht.

Foto: Holger Wetzel

Für Theresa Heinz war der Samstag ein besonderer Tag: Zum ersten Mal übernahm die frisch gebackene Fachangestellte für Bäderbetriebe allein die Badeaufsicht in einem Freibad. Dienst hatte sie im Dreienbrunnenbad, das an diesem Tag als letzte der Erfurter Bäder in den Corona-Sommer startete. Und nicht nur der Wetterbericht verhieß sonnige Aussichten.

Während die Besucher am Beckenrand, darunter viele Stammgäste und Fördervereins-Mitglieder, noch über die lange Zeit ungewisse Zukunft des historischen Bades diskutierten, hat sich die Stadtspitze festgelegt. Die Verwaltung will dem Stadtrat voraussichtlich im September einen Beschluss vorlegen, nach dem die Fördergelder und Eigenmittel für die Sanierung des „Dreiers“ und des Freibades in Möbisburg an die Stadtwerke Bäder GmbH überwiesen werden sollen. Corona-Krise hin oder her – an der Sanierung wäre dann nicht mehr zu rütteln.

Möglich macht die Sanierung eine Förderzusage des Bundes, die für beide Bäder gilt. „Wir haben den Bund gebeten zu prüfen, ob die Förderquoten vielleicht noch erhöht werden können“, sagt Sport-Dezernent Steffen Linnert (SPD). Konkret hofft er auf zusätzliche Mittel aus dem Corona-Maßnahmepaket. „Aber unabhängig davon halten wir an den Maßnahmen fest“, betont er.

Wann die Sanierung beginnt, steht noch nicht fest

Eine finanzielle Vorentscheidung hatte schon der Mittwoch gebracht. In einem Haushaltsbeschluss des Stadtrates, in dem es um Kreditversprechen für die Zukunft ging, blieben die für die beiden Bäder im Haushalt eingeplanten Mittel unangetastet. Wann die Baumaßnahmen beginnen, ob 2021 oder 2022, hängt laut Linnert speziell beim Dreienbrunnenbad aber auch von den am Papierwehr geplanten Arbeiten ab, die in der Hand des Umwelt-Landesamtes liegen.

Der Fördervereins-Chef des Dreiers, Thomas Hartmann, hofft auf eine Sanierung „so schnell wie möglich“. Wenn die Maßnahme sicher sei, könne er sich aber auch noch eine weitere Saison im alten Zustand vorstellen. „Wir bleiben am Ball“, verspricht er.

Die Arbeit des Fördervereins sei durch die Corona-Krise leider eingeschränkt. Die Jahreshauptversammlung musste verschoben werden. Auch größere Veranstaltungen seien vorerst nicht möglich, sagt Hartmann. „Aber kleinere Angebote wie einen Vorlesestand wollen wir ins Leben rufen“, fügt er hinzu.

Bäder-Chef Torsten Schubert: Auch die kleinen Bäder helfen

Erfurts Bäder-Chef Torsten Schubert ist vor allem stolz darauf, dass rechtzeitig zu Ferienbeginn nun alle Bäder geöffnet sind. Bei der Öffnung der Bäder spiele in diesem Jahr die gesellschaftliche Verantwortung eine größere Rolle als der wirtschaftliche Erfolg.

„In den Ferien ist jede Bad-Kapazität gut, auch die kleinen helfen“, meint er. In das Dreienbrunnenbad passen unter den Hygieneanforderungen gleichzeitig 220 Gäste.

Eine Lichtschranke zählt die Besucher. Die Übertragung der aktuellen Belegung ins Internet fällt bei diesem Bad ausnahmsweise aus – wegen des Aufwandes, aber auch, weil die Zahlen angesichts der überschaubaren Kapazität nur eingeschränkte Aussagekraft hätten.

Insgesamt ist die Badesaison dem wechselhaften Wetter entsprechend gut angelaufen, sagt Torsten Schubert. Besonders die Roland-Matthes-Schwimmhalle verzeichne wachsende Besucherzahlen. Sie hatte bereits am 20. Juni als eine der ersten Hallen in Thüringen wieder Besucher empfangen und ist nun außer montags und donnerstags täglich geöffnet.

Die Badegäste sehen, dass das Konzept funktioniert

„Die Stammgäste sind darüber besonders dankbar“, sagt Schubert. „Sie sehen, dass unser Konzept funktioniert und dass sie Spaß am Schwimmen haben.“

Die Corona-Konzepte würden in allen Bädern weithin akzeptiert. „Die Leute halten sich im Großen und Ganzen sehr gut an die Regeln, so wie wir es erhofft haben“, bestätigt der Bäder-Chef.

Auch Theresa Heinz hatte am Samstag im Dreienbrunnenbad nur mit dankbaren Besuchern zu tun. Die 20-jährige hat gerade ihre Ausbildung erfolgreich abgeschlossen und kann in zwei Jahren ihren Abschluss als Schwimmmeisterin machen. Ihre Nervosität vor ihrer ersten großen Schicht legte sie schnell ab. Das Dreier sei mit der noch manuell zu bedienenden Technik anspruchsvoll. Aber das älteste Bad von Erfurt sei auch ein besonders schönes Bad.