Staatsanwaltschaft Erfurt ermittelt nun auch gegen NDR-Programmdirektor

NDR-Programmdirektor Frank Beckmann gerät im Zusammenhang mit dem KIKA-Skandal nun auch ins Visier der Staatsanwaltschaft Erfurt. Dieser war acht Jahr lang Programmgeschäftsführer des Kindersenders.

Gegen den früheren KIKA-Programmgeschäftsführer Frank Beckmann ermittelt nun die Staatsanwaltschaft Erfurt im Zusammenhang mit dem Skandal um den Kindersender. Archiv-Foto: Marco Kneise

Gegen den früheren KIKA-Programmgeschäftsführer Frank Beckmann ermittelt nun die Staatsanwaltschaft Erfurt im Zusammenhang mit dem Skandal um den Kindersender. Archiv-Foto: Marco Kneise

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Hamburg (epd). Im Zusammenhang mit dem KIKA-Skandal wird nun auch gegen NDR-Programmdirektor Frank Beckmann ermittelt. Nach Recherchen des NDR-Medienmagazins "Zapp" gehört er zu den vier Beschuldigten, gegen die die Staatsanwaltschaft Erfurt im Dezember Ermittlungen aufgenommen hat. Welcher Vorwurf Beckmann gemacht werde, sei derzeit noch unklar, teilte der NDR am Donnerstag mit. Beckmann war von 2000 bis 2008 Programmgeschäftsführer des gemeinsamen Kinderkanals von ARD und ZDF.


Die Staatsanwaltschaft Erfurt hatte vor Weihnachten neue Ermittlungen eingeleitet, die sich auch gegen den mittlerweile beurlaubten Geschäftsführer des Kinderkanals, Steffen Kottkamp, richten. Beckmann sagte, von dem Ermittlungsverfahren habe er bislang keine Kenntnis und er kenne die Vorwürfe nicht. "Ich bin mir keiner Schuld bewusst. Ich werde die Behörden bei der Aufklärung des Sachverhalts nach Kräften unterstützen."


Nach Angaben von "Zapp" beziehen sich die Ermittlungen auf die Jahre 2008 bis 2010. Es gehe um Kosten für Feiern von KiKA-Mitarbeitern und um Personalkosten, die nicht korrekt abgerechnet worden sein sollen. Welcher Vorwurf Beckmann gemacht werde, sei derzeit noch unklar. Ermittelt werde auch gegen einen Erfurter Unternehmer, der in der Vergangenheit Aufträge vom KiKA erhielt.


NDR-Justiziar Werner Hahn sagte, der NDR werde noch am Donnerstag einen Antrag auf Akteneinsicht bei der Staatsanwaltschaft stellen und den früheren Programmgeschäftsführer des Kinderkanals zu den erhobenen Vorwürfen anhören. "Wie bei allen von staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen betroffenen Menschen gilt auch für Herrn Beckmann bis zum Abschluss des weiteren Verfahrens die Unschuldsvermutung."


Ende 2010 war der frühere Herstellungsleiter des Kinderkanals verhaftet worden. Nach einem internen Revisionsbericht des für den KiKA federführenden MDR soll der Mann gemeinsam mit Geschäftsführern von mehreren Firmen, mit denen der KiKA zusammenarbeitete, in acht Jahren mehr als acht Millionen Euro veruntreut haben. Er wurde inzwischen in zwei Prozessen wegen Untreue und Bestechlichkeit zu insgesamt sechs Jahren und drei Monaten Haft verurteilt.

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