Nach zahlreichen "Verfehlungen": Rot-Weiß Erfurt ernennt neuen Präsidenten

Erfurt.  Negativ aufgetreten, Förderanträge nicht bearbeitet, Einfluss auf Gremien genommen - der RWE wirft dem nun entlassenen Präsidenten zahlreiche Verfehlungen vor. Und das ist der neue.

In einer Mitteilung wirft der Aufsichtsrat des FC Rot-Weiß Erfurt dem entlassenen Präsidenten Hans-Dieter Steiger eine Reihe von Verfehlungen vor.

In einer Mitteilung wirft der Aufsichtsrat des FC Rot-Weiß Erfurt dem entlassenen Präsidenten Hans-Dieter Steiger eine Reihe von Verfehlungen vor.

Foto: Wilhelm Slodczyk (Archvifoto)

Führungsbeben beim FC Rot-Weiß Erfurt: Der Aufsichtsrat des Fußballvereins hat am Montagabend Hans-Dieter Steiger als Präsidenten abgesetzt. Dabei war er erst Anfang Juli mit der Aufgabe betraut worden. Vorausgegangen war eine Sitzung des Kontrollorgans und des Präsidiums am vergangenen Freitag, in der der damals ebenfalls berufene Vizepräsident Peter Kästner zurückgetreten war. Im Zuge dessen hatte der Aufsichtsrat auch Steiger nahegelegt, sein Amt zur Verfügung zu stellen, um für eine grundlegende Neubesetzung des Präsidiums den Weg frei zu machen. Die bis zum Montag eingeräumte Bedenkzeit ließ dieser jedoch verstreichen, so dass sich das Gremium zum Handeln veranlasst sah.

Daraufhin wurde Lars Fuchs zum neuen Clubchef ernannt. Der 48-Jährige ist Geschäftsführer einer Elektrotechnik GmbH. Zu seinem Präsidium gehören zudem Ines Mummert, Markus Hirche, Rolf Hildebrandt und Maik Nottrodt. Die künftige Führungsriege verantwortet den Nachwuchsbereich und die Geschäftsstelle des Vereins sowie das Mitgliedermanagement und wird, nach Abschluss des Insolvenzverfahrens, die Stimmrechte des Vereins bei der GmbH ausüben. Zu dieser gehört das Oberliga-Team der Rot-Weißen.

Steiger zeigt sich auf Nachfrage "fassungslos"

In einer Mitteilung wirft der Aufsichtsrat dem entlassenen Präsidenten eine Reihe von Verfehlungen vor: die Nichterfüllung gesetzlicher Verpflichtungen, ein negatives Auftreten im Außenverhältnis, die Nichtbearbeitung von Anforderungen des Aufsichtsrates wie beispielsweise die Nichtbearbeitung von Förderanträgen, keine weitere Besetzung des Präsidiums und der Versuch der unlauteren Einflussnahme auf Vereinsgremien.

Steiger zeigte sich auf Nachfrage am späten Montagabend "fassungslos über die Vorgänge". Er habe sich nichts zu Schulden kommen lassen und fühle sich ungerecht behandelt: "Ich habe den Kopf hingehalten, als der Verein kurz vor dem Aus stand, und niemand anderes. Da fällt mir nur ein: Der Mohr hat seine Schuldigkeit getan, der Mohr kann gehen", sagte er und ergänzte: "Es war immer klar, dass ich das Präsidentenamt nur übergangsweise ausübe. Aber so davon gejagt zu werden, ist unverschämt."

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