Symbolischer Friedhof mahnt auf dem Erfurter Domplatz

Lydia Werner
Mit einer Kunstinstallation zog das Auf-die-Platze-Bündnis am Samstagnachmittag auf dem Erfurter Domplatz die Aufmerksamkeit auf sich. Angelegt war der symbolische Friedhof als Mahnveranstaltung, die auf die Gefahr von Corona hinweisen sollte. 

Mit einer Kunstinstallation zog das Auf-die-Platze-Bündnis am Samstagnachmittag auf dem Erfurter Domplatz die Aufmerksamkeit auf sich. Angelegt war der symbolische Friedhof als Mahnveranstaltung, die auf die Gefahr von Corona hinweisen sollte. 

Foto: Lydia Werner

Erfurt.  Mit einem symbolischen Friedhof protestierte das Bündnis „Auf die Plätze“ gegen regelmäßig stattfindende Hygienedemos und Spaziergänge.

Der symbolische Friedhof auf dem Domplatz war eine Kunstinstallation mit Grabsteinen aus dunkel gestrichenen Pappkartons, mit Holzkreuzen, Kerzen und Blumenschmuck. Das Auf-die-Plätze-Bündnis lud Samstagnachmittag zur Mahnveranstaltung und wollte einen Kontrapunkt zu den „Spaziergängern“ setzen, die sich zeitgleich vor den Domstufen versammelt hatten. Das zog die Aufmerksamkeit so mancher Passanten auf sich. Alle aktuellen Entwicklungen im kostenlosen Corona-Liveblog.

In Gesprächen am Rande und bei den Reden über Lautsprecher machten die Akteure auf die Gefahr durch das Corona-Virus aufmerksam. Beim Aufbau der Kunstinstallation hatte die Zahl der corona-infizierten Toten auf den Grabsteinen überpinselt werden müssen. 155 Menschen waren bis zu diesem Zeitpunkt in Thüringen an oder mit Covid-19 gestorben. Die Kunstinstallation stammt ursprünglich vom Aktionsbündnis „Zaunrüttlär“ aus Arnstadt, die dort gegen die Hygienespaziergänge und für ein ernsthafteres Wahrnehmen der Gefahren durch das Corona-Virus protestiert hatten. Dort hatte die Zahl der Toten noch bei 144 gelegen.

Die Veranstalter kritisierten auch, die dringend notwendige gesellschaftliche Debatte zu den Corona-Beschränkungen werde vereinnahmt durch Rechtsextreme und antisemitische Verschwörungstheoretiker.

Für ihre demokratischen Grundrechte sangen und redeten derweil die Menschengruppen, die sich vor den Domstufen zusammengefunden hatten. Die Polizei war in erheblichem Ausmaß auf und rund um den Domplatz vertreten. Wie die Beamten in wiederholten Durchsagen informierten, war ein „Spaziergang“ untersagt. Die Demonstranten sollten ihr Versammlungsrecht vor Ort ausüben.

Grundgesetzdemonstration auf Erfurts Domplatz - Polizei stoppt Corona-Spaziergang

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