Tanzexperiment in Erfurt: Stillstehen ohne Stillstand

Erfurt  Die Juniorcompany des Tanztheaters Erfurt präsentiert ein tänzerisches Experiment zu den Meister-Eckhart-Tagen.

Die jungen Tänzer des Erfurter Tanztheaters gehen in ihrem Probenraum einige Standbilder des Stücks „Traum im ewigen Jetzt“ durch. Im Rahmen der Meister-Eckhart-Tage werden die Ergebnisse aus den Proben an zwei Abenden als Open Air in der Barfüßerruine zu sehen sein. Foto: Ronald Hartung

Die jungen Tänzer des Erfurter Tanztheaters gehen in ihrem Probenraum einige Standbilder des Stücks „Traum im ewigen Jetzt“ durch. Im Rahmen der Meister-Eckhart-Tage werden die Ergebnisse aus den Proben an zwei Abenden als Open Air in der Barfüßerruine zu sehen sein. Foto: Ronald Hartung

Foto: Ronald Hartung

Es wird gewankt, getaumelt, innegehalten, bis auf Zuruf wieder beschleunigt und gehastet wird: Die Proben für das Stück „Tanz im ewigen Jetzt – ein Experiment um Meister Eckhart“ sind in den letzten Zügen.

Die Choreografinnen des Tanztheaters arbeiten mit den 16 Tänzern nach vielen Wochen Training nun noch an den letzten Feinheiten.

Von März bis Juni haben sich die jungen Tänzer im Alter von 15 bis 19 Jahren mit Meister Eckharts Philosophie und Sprachbildern beschäftigt und nach Wegen gesucht, diese in Bewegungen auszudrücken.

Maximilian Gutberlet ist seit Beginn bei den Proben dabei und unterstützt Daniela Backhaus und Marieke Engelhardt bei bestimmten Inhalten Meister Eckharts, die aus den Texten des Lehrmeisters in körperliche Bilder übersetzt werden sollen.

„Da geht es dann teilweise darum, ob man statt eines Apfels, der vorkommen soll, lieber handlichere Weintrauben nehmen sollte, um es den Tänzern leichter zu machen“, lacht der Organisator der Meister-Eckhart-Tage.

Während die beiden Choreografinnen den Momenten Bedeutung verleihen, die sie tänzerisch und erzählerisch brauchen, hat sich ein anderes Arbeitsteam mit dem digitalen Rahmen des Stücks beschäftigt.

So kümmert sich der Predigerkeller um die Licht- und Tontechnik. Die Gestaltung der bereits fertigen Projektion stammt von Manuel Schuler.

„Wir haben auch an einer Audiocollage mit Aufnahmen der Tänzer mit Eckhart-Zitaten gearbeitet, die einfließen soll“, erklärt Gutberlet. Damit bekommt der Mix aus Modernem Tanz, Projektionen und Schauspiel statt nur einer gleich mehrer Stimmen, die an zwei Abenden in der Barfüßerruine präsentiert werden.

Schon in den Proben zeigt sich, wie sehr sich die Momente des fast schon traumwandlerischen Innehaltens mit starken Bildern von Widerstand und Durchsetzungskraft, aber auch Magie und Übernatürlichem abwechseln.

„Es ist spannend, wie sich gerade jetzt in den letzten Proben alles zusammenfügt. Wir hatten ein ganzes Wochenende gemeinsam und seitdem werden die Jugendlichen auch immer verständiger, worum es in der Geschichte eigentlich geht“, so Gutberlet.

Die Schüler haben die Story und die Choreografie neben ihren anderen Tänzen einstudiert, die sie erst am vergangenen Wochenende zum Jahresabschlusstanz im Alten Schausielhaus aufgeführt haben.

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