Viel Interesse an Anti-Hitze-Kugelbäumen

Erfurt.  Über 700 Erfurter beteiligten sich an Online-Umfrage zur hitzegerechten Umgestaltung des Leipziger Platzes in Erfurt

Der Leipziger Platz ist einer der extremsten Hitzekessel der Stadt. Damit das nicht so bleibt, startete die Stadt gemeinsam mit der Fachhochschule Erfurt eine Befragung, welche hitze- und klimagerechte Umgestaltung sich die Anwohner vorstellen können.

Sonntag endetdie Online-Befragung

„Die Resonanz ist überwältigend“, sagt Guido Spohr, der seitens des Umwelt- und Naturschutzamtes das Projekt betreut. Am Sonntag endet die Online-Befragung, aber schon jetzt lägen über 700 der anonymen Fragebögen komplett vor. Die Teilnehmer teilten so mit, welche Gestaltungsformen und Elemente aus ihrer Sicht am besten zu dem Platze passten. Da gab es Kugelbäume, Trinkbrunnen oder Wasserzerstäubern oder eine Pergola neben höheren Bäumen zur Auswahl.

„Erste Tendenzen können wir schon ablesen“, meint Spohr, „in der kommenden Woche werden wir uns aber die Daten genauer vornehmen und auswerten.“ Wobei er schon vom ersten Ergebnis, der regen Teilnahme, begeistert ist. So habe die Aktion für reichlich Diskussion in der Stadt und auch in den Foren im Internet gesorgt. Dass gerade aus dem Quartier sich viele Menschen an der Umfrage beteiligt haben, sieht Spohr auch als ein gutes Zeichen, dass die Veränderungen mitgetragen würden.

Platz seit Jahren im Blick der Hitzeforscher

Seit Jahren steht der Leipziger Platz im Fokus von „HeatResilientCity“ (hitzerobuste Stadt) in der Oststadt. Oberflächentemperaturen von bis zu 50 Grad Celsius seinen laut Stadt hier gemessen worden. Aber eben erst seit dem Zeitpunkt, als der Platz Anfang der 1990er Jahre komplett umgestaltet wurde. Bis dahin – so erinnern sich alteingesessene Erfurter – hatte der Platz eher die Anmutung eines kleinen, dichten Parks. „Zehn großkronige Bäume standen hier“, bestätigt Guido Spohr. Verweist aber auf die Impulse seinerzeit, die zur Neugestaltung – und zur Abholzung der alten Bäume – geführt hatten. So habe es massive Forderungen von Anliegern gegeben, den Platz offener zu gestalten, damit die dunklen Ecken verschwinden. Der Leipziger Platz war seinerzeit eher sprichwörtlich ein heißes Pflaster. So war die Bevölkerungsstruktur damals auch anders als die heutige. Nunmehr entwickelt sich die Krämpfervorstadt immer mehr zu einem auch bei Studenten belieben Stadtviertel.

„Anschauungsbäume“ werdenzum Teil wieder abgebaut

Kommende Woche wird nun abgebaut. Die Kugelbäume verschwinden wieder vom Platz. Zehn andere Bäume in Kästen bleiben jedoch erst einmal stehen. Und um weitere Bäume, die es besonders schwer haben, will sich die Stadt auch mehr kümmern. So sollen die Bäume auf den Streifen der Straßenbahnhaltestellen eine Bewässerung erfahren.

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