Vize-Weltmeister Enders führt neues Thüringer Sprintteam an

Erfurt. "Thüringen ist das Land, in dem ich Sport treiben will", sagt Bahnradsprinter René Enders energisch. "Zweimal stand das in den letzten beiden Jahren auf der Kippe.

Von links: Richard Aßmus, Rene Enders, Maximilian Doernbach und Trainer Tim Zuehlke. Foto: Sascha Fromm

Von links: Richard Aßmus, Rene Enders, Maximilian Doernbach und Trainer Tim Zuehlke. Foto: Sascha Fromm

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Ich hoffe, dass ich nun längerfristig planen kann - und bin froh, dass das hier umgesetzt wurde", so der schnellste Teamsprint-Anfahrer der Welt.

Mit "das hier" meint der 27-Jährige das "Sprintteam Thüringen", das am Montag vorgestellt wurde. Das wurde nach dem Rückzug der Teamspirit-GmbH von Jörg Werner im Vorjahr "nach einer schwierigen, also hügeligen Phase" gegründet, weiß Uwe Jahn, der Präsident des Thüringer Radsport-Verbandes.

Landessportbund, Olympiastützpunkt, Sporthilfe, Innen- und Sozialministerium, Verband, Sponsoren (Federn-Oßwald und Sparkasse) - sie alle steuerten ihr Scherflein bei . Und da neues Hightech-Material angeschafft werden musste, liegt der Etat sogar noch höher als in den Jahren zuvor.

Trainer will bei Kraftpaket Enders neue Reize setzen

Und warum das Ganze, für eine Randsportart? - mag als Einwurf folgen. "Radsport ist Thüringens mit Abstand erfolgreichste Sommersportart, der Sprintbereich unser Aushängeschild", betont LSB-Geschäftsführer Rolf Beilschmidt. Und Verbandspräsident Jahn fügt an: "Wir wollen in der Traditionssportart Talenten eine Perspektive geben - über 2014, ja über Rio 2016 hinaus." Die aktuellen Talente, die zum Team gehören, überragen das 1,62-Meter-Kraftpaket Enders schon körperlich. Richard Aßmus ist 19, stammt aus Elxleben, raste als Junior schon zu EM-Titeln im Sprint und Teamsprint. Maximilian Dörnbach (18) kommt aus Wingerode im Eichsfeld und kann bereits mit Gold bei der Junioren-WM im 1000-Meter-Zeitfahren aufwarten.

"Sie sind unsere Zukunft - René soll beide als eine Art Leitwolf an die Männer-Spitze heranführen", sagt der Erfurter Teamtrainer Tim Zühlke. "Das Krafttraining wird härter, die Gegner werden es auch - da müssen sie konzentriert bei der Sache sein", fordert der Coach, der mit Doreen Heinze (17) und Alexander Franz (15) zwei weitere Perspektivsportler in Erfurt sieht.

Aßmus und Dörnbach werden sich auf die U-23-EM in Portugal vorbereiten. Und für Enders - den aktuellen Teamsprint-Vize-Weltmeister und Champion von 2011 sowie 2013 startet schon in Kürze der indirekte Qualifikations-Marathon für Rio 2016.

"Bei den Wettkämpfen, die wir ab Mai in Cottbus und Moskau bestreiten, muss man Punkte sammeln, um bei Weltcup antreten zu können. Und wer dort punktet, darf zu Olympia", spitzt Zühlke zu. Der Trainer grübelt natürlich, wie man auf dem Weg dahin bei einem so routinierten noch eine Spur mehr Leistung herauskitzelt, die über Gold entscheidet: eine andere Pedalstellung, mit dem schwächeren linken Bein anfahren, größere Übersetzung ... all das werde erprobt. In Ruhe, in dem neuen Team.

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