Schüleraustausch: „Musik verbindet“ von Gebesee bis nach Rogatschow

Gebesee  Abschlussveranstaltung beendet im Gründler-Gymnasium heute den diesjährigen Schüleraustausch

Musikalische Brücken gebaut wurden am Gebeseer Oskar-Gründler-Gymnasium in den vergangenen Tagen auch mit Unterstützung des Liedermachers Gerd Krambehr

Musikalische Brücken gebaut wurden am Gebeseer Oskar-Gründler-Gymnasium in den vergangenen Tagen auch mit Unterstützung des Liedermachers Gerd Krambehr

Foto: H.artmut Schwarz

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Es wurden Masken gebastelt, es wurde gesungen und getanzt, es gab einen Ausflug in die Landeshauptstadt und es wurden neue Freundschaften geschlossen. Zehn Tage lang erlebten 15 Schüler der 8. bis 11. Klasse aus der 3. Mittelschule in Rogatschow die Gastfreundschaft der Schüler des Gebeseer Oskar-Gründler-Gymnasiums, wurden ein Teil der Gemeinschaft. Sie kamen im Rahmen eines Schüleraustausches, der inzwischen bereits Tradition ist. Denn seit 2011 besuchen sich die Schüler gegenseitig. Ein Jahr fahren die Thüringer nach Weißrussland, das folgende Jahr sind die russischen Schüler in Gebesee zu Gast.

In diesem Jahr gingen die Rogatschower auf Reise. Mit Bus und Bahn waren sie 25 Stunden unterwegs. Entbehrungen, die sich letztendlich lohnen sollten. Denn laut Petra Rauchmaul, der Lehrerin für Russisch und Englisch am Gymnasium, von der die Gruppe während des Aufenthaltes betreut wurd, sei im Vorfeld viel organisiert worden, um den Aufenthalt zu einem Erlebnis zu machen.

Vor allem ging es darum, für jeden der Schüler in der Region Gasteltern zu finden. Unterkunft fanden die Schüler nicht nur in Gebesee, sondern im gesamten Einzugsbereich des Gymnasiums. Über das Wochenende sind die russischen Schüler von diesen ganz individuell betreut worden. Meist mit der Konsequenz, dass die Eltern der Gäste im kommenden Jahr die Kinder der Thüringer Gastgeber aufnehmen werden.

Die Partnerschaft mit der Schule in Rogatschow wurde bereits vor dem nunmehr aktiv betriebenen Schüleraustausch gepflegt, erinnert sich Petra Rauchmaul. Begonnen hat alles mit der Organisation von Besuchen von Kindern aus Tschernobyl. Der Verein „Hilfe für Kinder aus Tschernobyl“ hat alljährlich Kindern eine Erholung in Thüringen ermöglicht, aus der dann die derzeitige Partnerschaft entstand. Die inzwischen auch auf stabilen finanziellen Füßen steht, mit Unterstützung des pädagogischen Austauschdienstes, der einen Großteil der Kosten trägt.

Unter dem Motto „Musik verbindet“ gab es während des diesjährigen Aufenthaltes viele kleine und größeren Aktionen. Ein besonderer Höhepunkt war dabei der Tag, der gemeinsam mit dem Erfurter Liedermacher Gerd Krambehr verbracht wurde. Mit ihm wurden nicht nur bekannte Lieder und Lieder aus dem Repertoire Krambehrs einstudiert, sondern spontan auch neue geschrieben. Das „Lied über die Freundschaft“ wird auf der Abschlussveranstaltung am heutigen Mittwoch im Mittelpunkt stehen – und mit Sicherheit auch während der Heimreise am morgigen Donnerstag noch öfters zu hören sein. Ein ähnliches Projekt habe er vor Jahren schon einmal an der Gropius-Schule begleitet, erklärt Krambehr. Deswegen habe er spontan zugesagt. Er selbst habe unheimlichen Spaß daran, gemeinsam mit den Jugendlichen Musik zu machen – mit deutschen und russischen Texten.

Das letzte Zusammentreffen heute Abend zur Abschlussvorstellung wird für die russischen Schüler meist auch ein Abschied auf Dauer sein. Denn in jedem Jahr sind es andere Schüler, denen die Fahrt nach Thüringen ermöglicht wird. Mit Sicherheit werden es noch viele Schülergenerationen sein, die gerne die Strapazen der langen Fahrt auf sich nehmen werden.

Abschlussvorstellung heute, 18 Uhr; Gebesee, Oskar-Gründler- Gymnasium, Haus 3, Musikraum

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