Weihnachtsbaum wird mit Abstand gefeiert

Ermstedt.  Bei Gärtner Horst Carl haben die wichtigsten Tage des Jahres begonnen. Verkauf läuft in Ermstedt bereits auf vollen Touren

Weihnachtsbäume so weit das Auge reicht, und seit gestern auch noch mit Schnee. Bei Gärtner Horst Carl, der in diesem Jahr von seiner Tochter Doreen unterstützt wird, kann man sich schon bei der Suche nach dem passenden Baum auf das Weihnachtsfest einstimmen.

Weihnachtsbäume so weit das Auge reicht, und seit gestern auch noch mit Schnee. Bei Gärtner Horst Carl, der in diesem Jahr von seiner Tochter Doreen unterstützt wird, kann man sich schon bei der Suche nach dem passenden Baum auf das Weihnachtsfest einstimmen.

Foto: Hartmut Schwarz

Er hat lange gewartet und auf eine Entspannung der Situation gehofft. Verbessert hat sie sich nicht. Und trotzdem – wegen eines Virus soll der alljährliche Weihnachtsbaumtag nicht ausfallen. Am Montag hat Gärtner Carl festgelegt: Irgendwie muss es möglich sein! Seitdem versucht er mit dem Gesundheits- und dem Ordnungsamt, die Bedingungen abzuklopfen. Den aktuellen Corona-Regeln entsprechend wird er in diesem Jahr wesentlich kleiner ausfallen, als gewohnt. Hauptsächlich wird dazu eingeladen, sich auf der Plantage den Wunschbaum für das Fest auszusuchen. Dazu gibt es die Möglichkeit, sich frisch aus dem Ofen gezogenen Wildschweinbraten einpacken zu lassen. Weihnachtsbaumkönigin Marie I. wird die Abstands-Vorschriften im Blick behalten und Horst Carl steht seinen Besuchern beratend zur Seite.

Die kommenden zwei Wochenenden, der 2. und 3. Advent, sind für ihn die beiden wichtigsten Tage im Jahr. An diesen beiden Tagen werde stets ein Großteil der Mühen bezahlt, die für die Pflege der Bäume über das Jahr investiert wurde, erklärt er. Seine Tochter, die eigentlich als Zierpflanzengärtnerin in Lehnin (bei Potsdam) arbeitet, hat extra zehn Tage Urlaub genommen, um im Familienbetrieb helfen zu können. Außerdem gelang es Horst Carl, drei Mitarbeiter für die Saison zu verpflichten – einer davon wurde sogar unbefristet eingestellt. Horst Carl ist voller Optimismus – und sich sicher, dass seine Mühen nicht vergebens waren.

Seit einer Woche laufe der Verkauf und es werde mehr verkauft, als in den Jahren zuvor. Eine Vielzahl von Bäumen sind bereits mit Bändchen markiert: Verkauft! Ein Teil seiner Stammkundschaft hat in diesem Jahr zwar abgesagt – vor allem Hotels, die ohne Gäste auch keine Deko brauchen. Dafür habe er viele neue Kunden begrüßen können, darunter erstmals den Thüringer Landtag, für den gleich zehn Nordmanntannen geordert wurden. Bedingung sei gewesen, dass die Bäume aus Thüringen stammen.

Die Gewächse von Gärtner Carl sind fast in Sichtweite des Landtages groß geworden. Im Geschäft in Ermstedt und an den drei Verkaufsständen in Erfurt und Neudietendorf, werden in diesem Jahr etwa 3000 Bäume verpackt werden, schätzt Horst Carl. Die meisten davon für die Wohnstube, aber auch bis zu sieben Meter große für den Garten. Blaufichten wurden bei ihm auch vom Forsthaus Willrode abgeholt. Derartige Bäume wachsen nicht (gerade) im Thüringer Wald – sie sollen dort das Angebot beim Weihnachtsbaumverkauf abrunden. Sein größter Baum sei inzwischen auf 12 Meter geklettert, verriet er. Er steht direkt vor dem Ermstedter Ortseingang. Solange er noch in der Lage ist, gerade weiter zu wachsen, bleibt er dort stehen. Aber irgendwann soll er einmal auf dem Erfurter Domplatz stehen – als sein ganz persönliches Geschenk an die Stadt. Man muss nicht in die Ferne schweifen. . .

Weihnachtsbaumtag auf der Ermstedter Weihnachtsbaum-Plantage, Samstag, 5. Dezember, von 9 bis 17 Uhr, Infos unter: gaertner-carl.de