Widerstand gegen Zickzackweg zum Erfurter Petersberg

Erfurt  FDP-Stadtrat plant mit weiteren Erfurtern ein Bürgerbegehren gegen die Entscheidung zum neuen Petersberg-Aufstieg.

So berichtete unsere Zeitung am Freitag über das Thema. Faksimile: Andreas Wetzel

So berichtete unsere Zeitung am Freitag über das Thema. Faksimile: Andreas Wetzel

Foto: Andreas Wetzel

Ein Beschluss „ohne Überzeugung“. So beschrieb diese Zeitung die Entscheidung des Stadtrates für den Bau eines Serpentinenweges zum Petersberg-Plateau. Was dennoch als „beste Lösung“ galt, um einen behindertengerechten Zugang zum Petersberg, einem Haupt-Buga-Standort zu schaffen, empört jedoch viele Erfurter.

Zumindest wenn man Christian Poloczek-Becher glaubt, den die in seinem Umfeld durchweg geäußerte Ablehnung zum Handeln bewog, gemeinsam mit Christian Heym, Marko Enke und Cordula Frankenhäuserwill der FDP-Stadtrat ein Bürgerbegehren anzuschieben und Unterschriften zu sammeln. „Wir fordern den Erhalt des bestehenden Gestaltungsbildes, die Aufhebung des Stadtratsbeschlusses und eine Überarbeitung der Aufstiegshilfe unter dem Aspekt der Sparsamkeit und einer praktikablen Lösung für alle Mobilitätsbehinderten bzw. eingeschränkten Besucher des Petersberges“, schreibt Poloczek-Becher dazu. Er selbst hatte in besagter Stadtratssitzung mit seinen Kollegen der bunten Fraktion die Variante abgelehnt.

„Warum zerstören wir den schönen Hang“, stellt er die Frage, die viele bewegt. „Ich bin nur auf Ablehnung gestoßen. Und die meisten glauben nicht, dass so ein langer Zickzack-Weg überhaupt angenommen wird“, nennt Christian Poloczek-Becher seinen Beweggrund, noch einmal außerhalb des Stadtrates nachzuhaken.

Die Idee hatte eigentlich sein Freund Christian Heym, der eine Unterschriftensammlung initiieren wollte. Poloczek-Becher meinte aber, dass so etwas verpuffe und kam auf den Gedanken ein Bürgerbegehren anzuschieben. Dieses soll tatsächlich am kommenden Montag gestartet werden. Gestern hatten sich schon gut 20 Läden oder Firmen gemeldet, die die Unterschriftenlisten auslegen wollen.

Stadt will noch einmal informieren

Natürlich sei es möglich und denkbar, mit einem Bürgerbegehren einen Stadtratsbeschluss zu kippen, sagt Alexander Hilge, Dezernent für Stadtentwicklung, auf Anfrage unserer Zeitung. „Ob es aber sinnvoll ist, darüber sollte man noch einmal reden.“ Denn die Argumention „weniger Beton, dafür mehr Grün ist nicht die ganze Wahrheit.“ Hilge verweist darauf, dass im Zuge der Entscheidungsfindung zwölf Varianten diskutiert und eben fast alle verworfen worden seien. Die im Stadtrat getroffene Entscheidung – vor der sich keiner der Abgeordneten wirklich begeistert gezeigt hatte – sei aber eine vernünftige.

„Das hat ja am Ende auch mit der Buga nichts zu tun“, meint Dezernent Hilge. Wenn auf dem Petersberg, was sich alle Erfurter wünschten, einmal das Landesmuseum seinen Platz gefunden habe, dann müsste eine Anbindung bestehen, ohne großen Unterhaltskosten. „Menschen mit einer Behinderung an den Hintereingang zu verweisen, ist keine Lösung“, sagt Hilge.

Am Freitag wollen nun Christian Poloczek-Becher Details über das angestrebte Bürgerbegehren vorstellen. „Wir können doch nicht zulassen, dass auch ein von Touristen vielfach bewunderter Anblick so zerstört wird.“ Stadtentwicklungs-Dezenent Alexander Hilge bietet im Gegenzug an, binnen kurzer Zeit ein Forum im Rathaus zu organisieren, wo anhand von Fakten noch einmal „offen diskutiert“ werden könne.

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