„Wir sind die Abteilung Sonderwünsche“

Erfurt  Ausstellung der Fotofreunde Erfurt beim Senioren-Schutzbund zeigt „Erfurt bei Tag und Nacht“

Das Augustinerkloster bei Nacht.

Das Augustinerkloster bei Nacht.

Foto: Verein Fotofreunde

Im Saal des Senioren-Schutzbundes ist in diesen Tagen eine Ausstellung der Fotofreunde Erfurt mit Tag- und Nachtaufnahmen zu sehen. Es ist eine Einladung zu einem „Stadtspaziergang mit den Augen“, nicht zuletzt für die, deren Füße im Alter nicht mehr so gut tragen. Am 22. August, ab 14 Uhr, kommt zur „Kultur am Nachmittag“ sogar eine Stadtführerin in den Juri-Gagarin-Ring 56a. (Anmeldung: 0361 / 2620775)

„Der Name Erfurt ist uns Programm“, erklärt Erdmann Schleinitz, die seit 2007 die Interessengruppe beim Schutzbund leitet. 1996 gegründet, ist sie die älteste der drei Fotogruppen. Vielfach bringt man sich ins ehrenamtliche Leben der Stadt ein. Oft münden Projekte und Exkursions-Aufnahmen in Ausstellungen; im Landtag, Rathaus – auch in Mainz, in Seniorenklubs oder in der Bibliothek Berliner Platz. Die Gruppe – ein halbes Dutzend Hobbyfotografen – illustriert zudem Broschüren wie den Seniorenratgeber und Zeitschriften.

Auch nach 23 Jahren suchen sie stets neue Herausforderungen, aktuell sind es Nachtaufnahmen. In der Gruppe erarbeiteten sie die Kriterien, legten einen identischen Standort für die Tag- und Nachtaufnahme fest. Erdmann Schleinitz wählte das Bauhaus-Ensemble gegenüber dem Anger 1, kam dafür nachts nochmal von Vieselbach ins Stadtzentrum. Wie Dunkelheit verfremdet zeigen die Fotos vom Augustinerkloster von Dorothea Johst. Teile der Gebäude verschwinden ohne Anleuchtung, vom markanten Baum der Tagaufnahme bleibt nur ein Schatten. Wolfgang Schindlers Motiv, der Durchgang vom Domplatz zum Waidspeicher, zeigt Erfurt liebenswert-romantisch. Siegfried Gebers Kamera-Auge führt in die Maximilian-Welsch-Straße; eine vielfache Seniorenadresse in Erfurt und doch auf den ersten Blick fremd. Anders der Domplatz (Brigitte Kühn) oder Karin Helings Blick in die Marktstraße. „Als Ausstellungsmacher werden wir zur Schnittstelle zwischen Fotograf und Publikum“, sagt Erdmann Schleinitz.

Und: „Wir sind die Abteilung Sonderwünsche.“ Über einen Vertrag zwischen dem Schutzbund und der Buga GmbH dokumentieren die Ehrenamtler seit 2016 die Veränderungen an den künftigen Buga-Standorten. Projektleiterin Karin Heling verweist auf Tausende Aufnahmen zwischen Petersberg, Teichmannshof, Gera-Aue und natürlich der Ega. 31 Foto-Standorte bekamen sie vorgegeben, jeder von ihnen ist regelmäßig vor Ort. Karin Heling hat das Archiv dazu aufgebaut, füttert die Ordner mit den zugeschickten Dateien, stellt sie in einen Link der Stadtwerke ein. Von ihrer aller Zuverlässigkeit — bei Wind und Wetter – hängt ab, dass kein Zwischenschritt verloren geht. Ihr Honorar sind Ega-Karten und eine Aufwandspauschale für ihre Gruppe. Siegfried Geber spricht für alle vom „Stolz, dabei zu sein.“ Und wenn 2021 Erfurt sein Buga-Jahr feiert, feiern auch die Fotofreunde Erfurt: 25-jähriges Bestehen. Erdmann Schleinitz beginnt schon zu planen. . .

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