Wird Franz Gerber neuer Sportdirektor beim FC Rot-Weiß Erfurt?

Erfurt  Bei Fußball-Regionalligist FC Rot-Weiß Erfurt wird Ex-Profi Franz Gerber als Sportdirektor gehandelt. Mit dem Verein will er so schnell wie möglich wieder in die 3. Liga aufsteigen.

Ex-Bundesliga-Profi Franz Gerber ist einer der Investoren beim FC Rot-Weiß.

Ex-Bundesliga-Profi Franz Gerber ist einer der Investoren beim FC Rot-Weiß.

Franz Gerber überlegt nicht lange, wenn es um die Zukunft des FC Rot-Weiß Erfurt geht. „Unser Ziel muss es sein, in die 3. Liga aufzusteigen. Das soll so bald wie möglich geschehen. Entscheidend ist allerdings, dass dieses Vorhaben wirtschaftlich untersetzt ist“, sagt der einstige Bundesliga-Profi sowie ehemalige Trainer und Manager. Seit wenigen Tagen fungiert der 65-Jährige als einer der Investoren des Thüringer Viertligisten.

Sogar die Aufgabe des Sportdirektors ist ihm schon angetragen worden. „Wir werden uns zeitnah zusammensetzen und uns ein Bild von der aktuellen Lage verschaffen. Ob ein solcher Posten installiert wird und wer ihn in diesem Fall möglicherweise ausfüllt, entscheiden wir danach“, sagt Gerber.

In den kommenden Wochen sollen erste Entscheidungen getroffen werden

Der Münchner hält als einer der drei neuen Investoren mit der Franz Gerber Reha und Sportagentur GmbH 15 Prozent der Anteile an der FC Rot-Weiß Erfurt Fußball GmbH. Dass der FC Rot-Weiß in dieser Saison trotz des jüngsten 3:0 gegen Schlusslicht Bischofswerdaer FV bislang sportlich hinter den Erwartungen zurückblieb, ist Gerber nicht verborgen geblieben. „Da hatte man sich sicher mehr versprochen.“

Auch vor diesem Hintergrund wolle man in den kommenden Wochen die ersten Entscheidungen treffen. „Ganz nach oben wird man es in dieser Saison wohl nicht mehr schaffen. Dafür ist der Rückstand zur Spitzengruppe zu groß. Deshalb müssen wir uns fragen, ob es notwendig ist, in der Winterpause auf dem Transfermarkt tätig zu werden“, sagt Gerber, dem langfristige und vor allem sinnvolle Investitionen in die Zukunft wichtiger sind: „Blinder Aktionismus hilft uns nicht weiter.“

Rückkehr in die 3. Liga wird kein Selbstläufer

Ihm ist klar, dass selbst die Rückkehr in die 3. Liga kein Selbstläufer werden wird und gut geplant werden müsse. „Die Nordost-Staffel der Regionalliga ist sehr stark. Da schafft man den Aufstieg auch nur mit einer starken Mannschaft.“

Gerber bringt selbst eine bewegte Fußball-Vergangenheit mit. Seine erste große Station als Profi war in der Saison 1971/72 der FC Bayern München mit Trainer Udo Lattek. Später spielte er unter anderem beim FC St. Pauli und Hannover 96 und arbeitete dort später als Trainer oder Sportdirektor. Im Trikot der Hamburger avancierte er in der Saison 1976/77 in der damals zweigeteilten 2. Bundesliga mit 27 Toren in 38 Spielen zum Torschützenkönig der Staffel Nord und schoss damit seinen Verein in die Bundesliga. Beim Südwest-Regionalligisten FC Gießen fungiert er aktuell als Berater, nachdem er zuletzt dort als Sportlicher Leiter arbeitete.

Schon bald will Gerber bei einem Spiel im Steigerwaldstadion sitzen. An jener Stelle gastierte er bereits, als er beim SSV Jahn Regensburg als Sportdirektor amtierte und er mit dem Klub damals in der 3. Liga hier antrat. In der Saison 2011/2012 trat seine Mannschaft in Erfurt an. Dabei war er abgesehen vom 1:0-Auswärtssieg auch von der Kulisse mit 9355 Zuschauern beeindruckt: „Ich hätte mich nicht in Erfurt engagiert, wenn ich nicht wüsste, welches Potenzial hier vorhanden ist. Nicht nur die Stadt, die gesamte Region hat eine Affinität zum Fußball. Das merkt man.“

Michael Krannich wäre beinahe schon einmal beim FC Rot-Weiß gelandet

Auch für Michael Krannich als neuen Geschäftsführer der RWE Fußball GmbH ist die Landeshauptstadt kein unbekanntes Pflaster. Einst wurde er in Rudolstadt geboren, wuchs in Nürnberg auf – und kehrt nun nach Thüringen zurück, nachdem er 2011 für ein paar Monate der Geschäftsführer des Frauen-Bundesligisten FF USV Jena war. Beinahe wäre er schon einmal beim FC Rot-Weiß gelandet. Als er im Nachwuchs beim fränkischen Verein SC Feucht spielte, stellte er sich in Erfurt zum Probetraining vor. „Dort habe ich aber den Aufnahmetest nicht bestanden.“ Beim Jonglieren hatte er den Ball nicht lange genug in der Luft halten können. Für seine neue Aufgabe ist es ohnehin besser, zunächst die Bälle flach zu halten: „Entscheidend ist, dass wir jetzt etwas Langfristiges aufbauen.“

Dass nun die neuen Investoren vorgestellt wurden, habe durchaus schon für positive Reaktionen gesorgt. „Wir haben in den vergangenen Tagen einige Verträge mit Sponsoren unterzeichnet, die abwarten wollten, wie es beim FC Rot-Weiß weitergeht“, sagt Krannich.

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