50-Jähriger in Gera vor Gericht: Wollte er eine Frau vor den Zug stoßen?

Gera  Die Staatsanwaltschaft wirft einem Mann drei Straftaten vor. Das Gericht entscheidet darüber, ob er dauerhaft in ein psychiatrisches Krankenhaus eingewiesen wird.

Blick auf das Justizzentrum in Gera.

Blick auf das Justizzentrum in Gera.

Foto: Tino Zippel

Am Landgericht Gera beginnt am Montag der Prozess gegen einen 50 Jahre alten Mann. Ihm wirft die Staatsanwaltschaft unter anderem versuchte Körperverletzung vor, weil er eine Frau vor einen einfahrenden Zug stoßen wollte.

Die Tat soll sich bereits am 26. Juli 2018 im Leipziger Hauptbahnhof ereignet haben. Laut Staatsanwaltschaft habe sich die Frau nach dem unvermittelten Schubsen aber noch rechtzeitig abfangen können, so dass sie nicht vor den fahrenden Zug fiel.

Passanten als "Vergewaltiger" tituliert

Aber es ist nicht die einzige Tat, die dem Mann zur Last gelegt wird. Am 5. August 2018 soll er auf dem Hauptbahnhof in Leipzig einen jungen Mann anlasslos als „Vergewaltiger“ angeschrien und nach ihm getreten haben. Der Angegriffene konnte der Attacke ausweichen und flüchten. Am 25. Februar 2019 soll der Mann in Altenburg eine Parkbank aus ihrer Verankerung gerissen und sich so einer Sachbeschädigung schuldig gemacht haben.

Die Staatsanwaltschaft hat die Taten am Landgericht Gera angeklagt, weil der Mann im Zustand der Schuldunfähigkeit oder der verminderten Schuldfähigkeit gehandelt haben soll. Sollte sich der Angeklagte im Zustand der Schuldunfähigkeit befunden haben, erfolgt keine direkte Bestrafung wegen der Straftaten. Das Gericht muss darauf aufsetzend darüber entscheiden, ob er in einem psychiatrischen Krankenhaus untergebracht wird.

Einschätzung, ob der Mann weiter für die Allgemeinheit gefährlich ist

Entscheidend dabei ist, ob weitere erhebliche rechtswidrige Taten durch den Täter zu erwarten sind, durch welche die Opfer seelisch oder körperlich erheblich geschädigt, erheblich gefährdet werden oder schwerer wirtschaftlicher Schaden angerichtet wird, der Täter also für die Allgemeinheit gefährlich ist. Dafür wird sich das Gericht auf das Gutachten eines psychiatrischen Experten stützen.

Die elfte Strafkammer des Landgerichtes unter dem Vorsitz von Andrea Höfs hat drei Verhandlungstage für den Prozess angesetzt. Der letzte Prozesstermin ist vorerst auf den 1. Februar datiert.