Wirbel um Intercity durch Thüringen – Das ist der Grund für den morgendlichen Ausfall

Gera  Warum die Deutsche Bahn vorübergehend die Dieselloks der Baureihe 245 aus dem Verkehr ziehen wollte und der Intercity statt aus Gera von Weimar aus startete.

Eine Diesellok der Baureihe 245 zieht einen Intercity bei Gera-Rubitz: Wegen der fehlenden Oberleitung kann auf diesem Abschnitt keine E-Lok fahren.

Eine Diesellok der Baureihe 245 zieht einen Intercity bei Gera-Rubitz: Wegen der fehlenden Oberleitung kann auf diesem Abschnitt keine E-Lok fahren.

Foto: Tino Zippel

Bahnreisende wunderten sich, warum am Freitagmorgen der Intercity von Gera ins Ruhrgebiet erst in Weimar startete.

Den Grund für den Ausfall rückt die Deutsche Bahn erst nach einer Anfrage an die Pressestelle heraus. Das Unternehmen wollte vorläufig auf die Diesellokomotiven der Baureihe 245 verzichten. Eine solche Lok zieht auch den Ostthüringen-Intercity bis Gotha, weil zwischen Gera und Weimar die notwendige Oberleitung fehlt.

„Bei Routinewartungen an der Bombardier-Baureihe 245 haben sich für die Deutsche Bahn Fragen zum Verschleiß verbauter Isolierungen im Maschinenraum der Lok ergeben“, teilt ein Bahnsprecher aus Leipzig mit. Die Deutsche Bahn habe vorsorglich geprüft, ob Konsequenzen für die Wartungs­vorgaben zu ziehen sind. Dies sei aufgrund der vorliegenden Untersuchungsergebnisse nicht der Fall.

Im Netz kursierte ein Bild der internen Anweisung, sämtliche Fahrzeuge der Bau­reihe abzustellen und den Maschinenraum nur mit Atemschutz zu betreten. Es bestand der Verdacht, dass die verbauten Dämmmaterialien bei Hitze gesundheits­gefährdende Stoffe freisetzen. Der Lok-Hersteller sollte den Nachweis erbringen, dass er keine gefährlichen Stoffe verbaut hat. Bei Bombardier gingen die Nachweise seiner Zulieferer am Donnerstagabend ein, so dass der Produzent Entwarnung geben konnte.

„Der sichere Betrieb der Dieselloks war und ist zu keinem Zeitpunkt gefährdet“, heißt es von der Deutschen Bahn, die vorsorglich ab Freitag den kompletten Fuhrpark der Baureihe 245 ruhen lassen wollte. Mit erheblichen Folgen, weil die Lok unter anderem im Sylt-Verkehr zum Einsatz kommt und gerade während der Ferien sehr beansprucht ist. Zwei Exemplare setzt die Deutsche Bahn in Thüringen für den Ostthüringen-Intercity ein. Dank eines Zusatzvertrages mit dem Land Thüringen betreibt der Anbieter den Aufwand, damit Gera zumindest dreimal am Tag einen Anschluss ans Fernbahnnetz erhält. Eine Diesellok pendelt immer zwischen Gera und Gotha, das zweite Exemplar steht als Reserve parat.

„Das Eisenbahn-Bundesamt hat im geschilderten Fall keine Anordnungen getroffen und war auch nicht in sonstiger Weise in die Entscheidungen des Unternehmens involviert“, sagt Moritz Huckebrink vom Eisenbahn-Bundesamt.

Aber warum musste nun der Zug von Gera ausfallen, wenn bereits am Donnerstagabend jede Gefahr ausgeschlossen war? Vorsorglich sei am Donnerstag die Diesellok des letzten Intercity am Abend in die Werkstatt nach Erfurt gebracht worden, sagt der Bahnsprecher. Deshalb startete der erste Intercity in Weimar, weil ab dort der Betrieb mit einer E-Lok möglich ist.

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