13 Tore in 90 Minuten: Reinhardsbrunner Reserve jubelt nach irrem Pokalspiel

Wartburgkreis  Westthüringer Fußball-Kreispokal: Turbulenter Schlagabtausch in Friedrichroda endet 7:6. Frühes Aus für 13 Kreisligisten.

Mühelos spazierten die haushoch überlegenen Eintracht-Akteure (am Ball A-Junior Khalaf Haji Bakir) beim 11:0-Kantersieg durch die Reihen der AWE-Kickers, die den Abgang mehrerer Leistungsträger noch nicht kompensiert haben. Für die Eisenacher war der Pokalauftritt ein besseres Trainingsspiel,  

Mühelos spazierten die haushoch überlegenen Eintracht-Akteure (am Ball A-Junior Khalaf Haji Bakir) beim 11:0-Kantersieg durch die Reihen der AWE-Kickers, die den Abgang mehrerer Leistungsträger noch nicht kompensiert haben. Für die Eisenacher war der Pokalauftritt ein besseres Trainingsspiel,  

Foto: Mike El Antaki

Für dreizehn Westthüringer Fußball-Kreisligisten ist der Pokal 2019/20 schon wieder Geschichte. Während ein Sextett (FC Eisenach II, Barchfeld, Mihla, Eckardtshausen, Emleben, Wechmar) in Kreisligduellen die Segel strich, scheiterten Reinhardsbrunn, Herda, Oechsen sowie die Reserven von Ruhla, Ohratal und Waltershausen an Teams aus der 1. Kreisklasse. Auch raus ist Grün-Weiß Sünna, dessen Team zum Auswärtsspiel bei Friemar II nicht antrat. Die Kreisoberligisten sowie Pokalverteidiger TSV Sundhausen greifen erst in der zweiten Runde ins Geschehen ein. Nachfolgend Berichte einiger ausgewählter Partien.

SV Etterwinden – SV Emsetal1:5

Trotz großer Besetzungsprobleme verkaufte sich Gastgeber Etterwinden gegen einen der Kreisliga-Aufstiegsaspiranten besser als es das Ergebnis vermuten lässt. Zwar hatte Emsetal schon nach 26 Sekunden die erste Großchance, aber Constantin Marx parierte großartig. Anschließend war fast eine halbe Stunde lang kein Klassenunterschied zu sehen, ehe Lars Striegl aus 12 Metern unhaltbar zum 0:1 abzog. Aber Etterwinden hielt dagegen und nutzte einen von Nick Roggenbuck herausgeholten Elfer durch Steven Roggenbuck zum 1:1 (35.). Die Freude der Etterwindener Zuschauer dauerte nur drei Minuten. Dann lief Torwart Marx wohl unnötig aus dem Tor und soll einen Gästestürmer gefoult haben. Schiri Beck entschied erneut auf Strafstoß. Hirschfeld traf zum 1:2.Wie schon oft musste Etterwinden kurz vor der Pause noch ein Treffer hinnehmen. Striegl war erneut der Torschütze.Nach der Pause drückten die Hausherren, aber N. Roggenbuck scheiterte an Torhüter Streck und traf kurz danach nur den Pfosten. Als einmal mehr N. Roggenbuck alleine losstürmte, wurde er von Bruno gefoult. Da der schon Gelb hatte, musste er in der 62. Minute mit Gelb-Rot vom Platz. Die Gastgeber konnten trotz Überzahl keinen Druck mehr aufbauen. Im Gegenteil – die Emsetaler trafen durch Neuzugang Vondracek (69.) und Hirschfeld (83.) noch zum 1:5.

FSV Reinhardsbrunn II – SG Ruhla/W.-F. II7:6

Was für ein irres Spiel. Das Endergebnis klingt nach Elfmeterschießen, doch alle 13 Tore fielen in der regulären Spielzeit. Nach etwas mehr als einer Stunde, als die Gastgeber bereits 6:2 führten, schien alles gelaufen. Doch Pustekuchen! Mit dem (viel zu spät) eingewechselten Manuel Schmidt, der schon zum 2:4 (58.) getroffen hatte, starteten die Gäste eine wilde Aufholjagd, bei der binnen elf Minuten vier Treffer zum 6:6 gelangen. Dreimal traf Schlitzohr Schmidt, einmal Jan Arnold. Zur Verlängerung kam es jedoch nicht, denn die zuvor taumelnden Reinhardsbrunner rappelten sich auf und machten durch Christian Baumbachs zweites Tor (88.) das Weiterkommen klar. Die weiter Tore erzielten Christian Frank (3), Marcel Heigl (2) und Marco Kein für die Gastgeber sowie Philipp Oberender für Ruhla II beim zwischenzeitlichen 3:1.

SV Mihla – Hainich Berka 5:7 n. E

Die nun von Mike Brückmann trainierten Mihlaer, die in der Sommerpause ihren Kader vergrößern konnten, fanden besser in die Partie und gingen durch Steve Möbius per Nachschuss verdient in Front (34.). Wie aus dem Nichts kam Berka zum Ausgleich (41.), als Routinier Ronny Urbig eine Daut-Flanke per Kopf ins Netz drückte. Auch Mihlas zweite Führung (Georg Wiegand/67.) hielt nicht lange, denn fünf Minuten später egalisierte Daut . In der Verlängerung trafen Erik Liebmann (102./Berka) und Roman Meng (104.). Im Elfmeterschießen zeigte sich Berka dann nervenstärker. Mihlas erste Schützen, Nick Rödel und Karsten Schulz, trafen, doch dann landete ein Ball am Gebälk und einer wurde von Philip Hörschelmann parierte. Da sich die Berkaer (Grimm, Daut, Fischer, Hering) keine Blöße gaben, mussten die fünften Schützen nicht mehr antreten. Mihlas Vereinschef Andreas Böhme war aber nur kurz enttäuscht und meinte: „Ich habe heute bei unserer Mannschaft viel Positives gesehen.“

SG FC Barchfeld – SG Leina1:7

Wie im Vorjahr setzte sich Leina im Pokal gegen die ebenfalls Kreisliga spielenden Süd-Wartburgkreisler durch. Und das diesmal in erstaunlich souveräner Manier. Den Grundstein legte der Gast mit einer bärenstarken ersten Hälfte, in der Roberto Gomez (11.), Max Hill (24.), Costel Timofte (34.) und Tim Walther (35.) den Barchfeldern den Zahn zogen. Abermals Timofte (60.), Leon Wick (77.) und Marcus Frank (84.) sorgten in Hälfte zwei mit ihren Toren für den Kantersieg.

SG Marksuhl II – SG Wenigenlupnitz 2:8

Für den Gast gab es vor dem Anpfiff die erste Schrecksekunde. Keeper Sebastian Wolf verletzte sich beim Warmmachen an der Schulter, so dass Sander Hahn einsprang. Gastgeber Marksuhl II hatte sich zwar mit Akteuren aus dem Kreisoberligateam verstärkt und ließ den Ball phasenweise auch gut laufen, doch schon nach 20 Minuten stand es nach einem Doppelschlag von Tom Merbach und einem Treffer von Eric Aßmann 0:3. Als Marksuhls Abwehr in der 38. Minute dann einen langen Ball durchrutschen ließ, hatte Christian Steuber freie Bahn und erhöhte per Heber mit dem schwächeren linken Fuß auf 0:4. Auch nach dem Wechsel hatte der Kreisligist die Zügel weiter fest in der Hand. Aßmann vollendete ein beherztes Solo mit dem 0:5 (53.), Steuber legte vom Punkt nach und Marco Büchner zeichnete fürs 0:7 verantwortlich (73.). Marksuhl gab jedoch nie auf und kam noch zu den Ehrentreffern durch Stephan Vetter und Luca Scheuch. Dazwischen hatte sich Wenigenlupnitz‘ Neuzugang Domenic Lindner gut durchgesetzt und das 1:8 (Chris Landgraf) vorbereitet.

SG Ifta/S. II – BW Kieselbach 9:1

Beim einseitigen Pokalkampf in Scherbda waren die Gäste beim 9:1 der Gastgeber fast chancenlos und mit dem Ergebnis noch gut bedient. Die wenigen Chancen der Kieselbacher resultierten ohnehin aus Fehlern der Hausherren wie auch der schmeichelhafte zwischenzeitliche Ausgleich zum 1:1 durch einen harmlosen Angriff, der mit einem Elfmeterpfiff endete. Ansonsten hatte der Schiri keinerlei Mühe mit dem fairen Spiel und hatte mit dem Notieren der Tore fast mehr zu tun als mit der Pfeife. Die vielen Iftaer Chancen hätten sogar locker zu einem zweistelligen Ergebnis führen können. Vor allem der dreifache Torschütze Rico Manß, der zudem noch zwei Treffer auflegte, war von den Gästen nicht zu stellen. In die übrigen Treffer teilten sich die drangvollen Offensivkräfte Aaron Hunstock (3), Karsten Schwanz (2) und Konstantin Uth hinein. Kieselbachs Ehrentor erzielte Thomas Troschke (20.)

Kaltenlengsfeld – SG Mühlberg II1:2 n. v.

Am Ende hatte sich die weite Anreise ins über 70 Kilometer entfernte Kaltenlengsfeld dann doch für die Mühlberger gelohnt. Dabei drohte der SG-Dritten bis kurz vor dem Ablauf der regulären Spielzeit das Aus, doch dann schaffte Julis Trott auf den letzten Drücker das wichtige 1:1. Unmittelbar nach Anpfiff der Verlängerung war es dann Besim Ljivoreka, der mit dem 2:1 den Einzug in die nächste Runde perfekt machte.

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