15 Jahre Literaturgedenkstätte in Wandersleben wird gefeiert

Wandersleben.  Vom Kirchenbauverein zum Förderkreis. Jahresprogramm 2020 bietet Veranstaltungen in Wandersleben und Umland. Auftakt mit Richtern und Henkern.

Bernd Kramer, Pfarrer und Initiator der Menantes-Gedächtnisstädte in Wandersleben.

Bernd Kramer, Pfarrer und Initiator der Menantes-Gedächtnisstädte in Wandersleben.

Foto: Jan Kobel

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Der Menantes-Förderkreis der evangelischen Kirchengemeinde Wandersleben blickt auf das 15-jährige Bestehen der Menantes-Literaturgedenkstätte. Was in den 90ern als Kirchbauverein mit dem Kirchturm begann, das zieht längst weitere Kreise. Die Remise im Pfarrhof wurde zu einer Ausstellungshalle ausgebaut.

Gleichzeitig entwickelte sich die Vortragsreihe „Kultur im Pfarrhaus“ Wandersleben. Das sei ein Selbstläufer, eine Ergänzung des Gemeindelebens geworden, sagt Pfarrer Bernd Kramer, der Spiritus Rector.

Unter dem Jahresthema „Spuren suchen – Wege finden“ bietet das Programm dieses Jahr Vorträge, Lesungen, Konzerte, Kinoabende, Ausstellungen, Mal- und Zeichenkurse sowie Theateraufführungen in Wandersleben und in den Nachbargemeinden Apfelstädt, Großrettbach, Ingersleben, Kornhochheim und Neudietendorf. Im Pfarrhof ist in den 15 Jahren auch ein außerschulischer Lernort zum Thema Buchdruck entstanden.

Bauliche und inhaltliche Belange seien von Anfang an wichtig gewesen, sagt Kramer. Rechtzeitig zum Jubiläum ist ein Band zur wissenschaftlichen Tagung im Jahr 2015 von Dirk Rose und Dirk Niefanger, Professoren aus Insbruck und Erlangen, herausgegeben worden. Christian Volkmar Witt setzt sich darin in einem Kapitel damit auseinander, wie das Reformationsjubiläum 1717 in Europa begangen worden war. Er greift dazu auf eine Sammlung des Gothaer Theologen Ernst Salomon Cyprian (1673-1745) zurück.

Jüngste Anthologie des Menantes-Literaturpreises für erotische Dichtung

Seit November liegt die jüngste Anthologie mit den 32 ausgewählten Beiträgen des Menantes-Literaturpreises für erotische Dichtung vor, der vergangenes Jahr zum siebten Mal vergeben worden war. Autoren aus neun Ländern hatten sich daran mit 450 Einsendungen beteiligt.

„Das ist von Anfang an unsere Vision gewesen. Das Potenzial ist vorhanden“, sagt Kramer mit Blick auf Leben und Werk des in Wandersleben geborenen Barockdichters Christian Friedrich Hunold, genannt Menantes. Das Büchlein „Das Leben des Menantes“ des Zeitgenossen Benjamin Wedel von 1731 habe ihn auf Hunold aufmerksam gemacht. Er habe dann „wie ein Staubsauger“ alles gesammelt, was es von und über Menantens gab.

Kramer betont bei alledem das „Wir“. Das stehe für die Mitglieder des Menantes-Förderkreises, um dessen Vorsitzende Cornelia Hobohm. Sie treffen sich monatlich im Pfarrhaus und schmieden all die Jahre aufs Neue weitere Pläne.

„Wir“ beziehe auch Literaturgesellschaften und Universitäten ein. „Der Blick von außen ist uns wichtig.“ Die Forschung verbinde sich mit Wandersleben, sie werde dort verortet und kreise nicht im universitären Raum, sagt Kramer.

Lesungen, Vorträge, Mal- und Zeichenkurs

Zum Programm 2020 gehören Lesungen und Vorträge, unter anderem zu Erotik, dem Garten und dem Gottesbild in der Bibel sowie magischen Orten in Thüringen. Dazu kommen ein Mal- und Zeichenkurs „Der Natur auf der Spur“ mit Ausstellung, Sommerkino und Konzerte, unter anderem mit Klezmer, Klassik, Musik aus Spanien, Portugal, Lateinamerika und Irland und Orgel-Klängen.

Zum Auftakt liest der Journalist und Sachbuchautor Mirko Krüger am Dienstag, 22. Januar, um 20 Uhr in der Literaturgedenkstätte aus seinem Buch „Tatort Thüringen – Das Land der Richter und Henker“. Höhepunkt ist ein Festwochenende mit einer musikalischen Lyriknacht mit Michael Raeder am 3. Juli sowie einem Konzert mit dem Psycho-Chor Jena und dem Buchdruck-Sommerfest am 4. Juli.

www.menantes-wandersleben.de

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