Adventskalender im Kreis Gotha: Atempause in hektischer Zeit

Gotha.  Es gibt wieder lebendige Adventskalender mit Lebkuchen und Plätzchen, Geschichten, Gedichten und Liedern im Landkreis Gotha.

Vertraute Weisen werden beim lebendigen Adventskalender wie vergangenes Jahr in Emleben angestimmt.

Vertraute Weisen werden beim lebendigen Adventskalender wie vergangenes Jahr in Emleben angestimmt.

Foto: Wieland Fischer

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Am Sonntag, 1. Dezember, öffnet sich das erste Türchen. Bis Heiligabend folgen 23 weitere. Nicht nur auf Adventskalendern werden Türchen geöffnet, sondern auch auf Straßen. In mehreren Orten des Landkreises Gotha treffen sich Nachbarn, Freunde oder Fremde zum lebendigen Adventskalender. Jedermann ist willkommen.

Was vor Jahren in Gotha ein schöner Brauch war, hat seine Fortsetzung auf dem Land gefunden. „Weil sich die Menschen dort näher sind und kennen“, glaubt Heike Henkelmann-Deilmann einen Grund dafür zu kennen. Die Gemeindepädagogin des Kirchenkreises Gotha ist bei der Vorbereitung der lebendigen Adventskalender federführend.

Der erste lebendige Adventskalender in Emleben sei im letzten Jahr sehr gut besucht gewesen, erinnert sich Heike Henkelmann-Deilmann. Für 15 Tage fanden sich Gastgeber vor einem „Türchen“. Im Ort machten sich Große und Kleine auf den Weg, manche sogar jeden Abend. Es gab etwas Warmes zu trinken, Lebkuchen und Plätzchen. Es wurde gesungen und Geschichten oder Gedichten gelauscht.

Die Emlebener setzen das in diesem Jahr werktags fort. Das erste „Türchen“ wird am Montag, 2. Dezember, an der Kirche in Emleben geöffnet. Jürgen Seiboth aus Waltershausen werde wieder den Kalender miteröffnen und mit einem Bildervortrag über den Stand der Spendenaktion für das Waisenhaus in Kenia, für das während der Zeit des Adventskalenders gespendet werden kann, und über den Fortschritt des Projekts berichten, kündigt Heike Henkelmann-Deilmann an. Sterne in den Fenstern weisen den Weg, wo sich in Emleben an den Folgetage weitere „Türchen“ öffnen, jeweils ab 17.30 Uhr.

In Leina oder Gospiteroda soll es ein Zusammenspiel von Gastgebern beider Dörfer für den lebendigen Adventskalender geben. Sie wechseln sich beim Öffnen der Türen, so wie es den Beteiligten passe. In Leina werde das besinnliche Zusammensein 17.30 Uhr beginnen, in Gospiteroda 17 Uhr.

„Atempause im Advent“ hat Diakonin Claudia Andrae die Aktion in den Dörfern um Friemar genannt. Es handele sich um Andachten für alle, die eine Verschnaufpause wünschen. Gelegenheit dazu gibt es am Dienstag, 3., in Tröchtelborn, in Ballstädt am Mittwoch, 11., und in Kleinfahner am Dienstag, 17. Dezember; immer 17.30 Uhr in der Kirche oder im Gemeindesaal.

Auch im Bereich der Suptur Waltershausen-Ohrdruf wird der schöne Brauch gepflegt werden. Zum siebenten Mal haben die Crawinkeler das Gemeinschaftserlebnis organisiert. Bis zum 24. Dezember werde an jedem Abend ein Haus sein Adventsfenster öffnen. Den Auftakt gibt es am Sonntag im Pfarrhaus, den Abschluss Heiligabend in der Marienkirche. Beim Adventsfenster soll es keinen Wettstreit geben, wer das schönste hat. Vielmehr lade die Adventszeit zur Gemütlichkeit und Einkehr ein, betonen Ute Brückner und Katja Voigt vom Gemeindekirchenrat.

Für Gemeindepädagogin Henkelmann-Deilmann ist es wichtig, dass sich Menschen in der dunklen Jahreszeit auf den Weg machen, sich treffen und Gemeinschaft erleben. Gerade für Alleinstehende sei das eine gute Gelegenheit, um zu später Stunden noch einmal mit Nachbarn ins Gespräch zu kommen. Das lebendige Adventsfenster diene auch dazu, sich auf die Weihnachtszeit vorzubereiten. Das gehe sonst in der Hektik häufig ein Stück weit unter.

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